Filmkritik zu 'Escape Plan': Schwarzenegger und Stallone ballern Seite an Seite

Escape Plan Filmkritik
Stallone und Schwarzenegger ballern sich durch 'Das Grab'.

2,5 von 5 Sternen

Davon haben viele geträumt: Die beiden Action-Legenden Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone ballern sich gemeinsam durch einen Action-Kracher. Zwar hatten die beiden in dem Franchise 'The Expendables' bereits ein kurzes Zusammenspiel der besonders explosionsfreudigen Art, doch in ‚Escape Plan‘ treffen die beiden größten Actionhelden der 1980er und 90er Jahre erstmals 'richtig' aufeinander.

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Und die gute Nachricht gleich vorne weg: Die erste Action-Szene gibt es bereits nach nicht einmal 60 Sekunden. Sylvester Stallone ('Rambo', 'Rocky') spielt in ‚Escape Plan‘ den ehemaligen Staatsanwalt Ray Breslin, der sich mittlerweile darauf spezialisiert hat, Gefängnisse auf ihre Ausbruchssicherheit zu testen. So auch das angeblich sicherste Gefängnis der Welt mit dem Namen 'Das Grab'. Der Hochsicherheitstrakt gilt als absolut ausbruchssicher, weil dort alle von Breslin konstruierten Sicherheitspläne berücksichtigt wurden.

Man kann sich schon vorstellen, was nun passiert: Natürlich gerät alles außer Kontrolle, getroffene Vereinbarungen werden nicht eingehalten. Als ein Gefangener von einem brutalen Wärter ermordet wird, will Breslin das Projekt sofort abbrechen. Doch er verliert den Kontakt zur Außenwelt. Nun kommt die andere Action-Ikone ins Spiel. Arnold Schwarzenegger ('Terminator', 'The Expendables') spielt den deutschen Häftling Emil Rottmayer. Die beiden Muskelberge planen fortan gemeinsam den Ausbruch, geraten aber immer wieder in die Fänge des bösartigen Gefängnisdirektors Williard Hobbes Jim Caviziel ('The Rock', 'Final Cut', 'Outlander'). Ihm ist es auch vorbehalten, den auffälligsten schauspielerischen Part zu verkörpern. Und Caviziel tut dem Film richtig gut: Er mimt den Gefängnisdirektor höchst authentisch.

Stallone und Schwarzenegger ballern sich durch 'Das Grab'

Von der Kameraführung über die Effekte bis zur Schauspielerführung bleibt Regisseur Mikael Hafström ('Das Ritual', 'Zimmer 1408', 'Shanghai') dem klassischen Action-Kino zwar treu. Er verpasst es aber leider, wirklich Neues mit den zwei Action-Helden auszuprobieren. So dient der Film vor allem dazu, die Glorifizierung von Stallone und Schwarzenegger noch weiter zu befeuern. So bleiben auch die meisten Dialoge eher flach. Schwarzenegger sticht aus dem Einerlei immerhin noch etwas heraus - vor allem in einer Szene, in der er in einer kleinen Box eine Strafe absitzen muss und vorgibt durchzudrehen.

Keine Frage, Fans des klassischen Action-Films kommen in 'Escape Plan ganz auf ihre Kosten. Zu viel Wert auf Logik darf man allerdings nicht legen, dazu gibt es zu viele Brüche im Film. Der sicherlich Augenscheinlichste ist, dass die Gefangenen in Glaszellen schmoren und so immer zu beobachten sind, beim 'Freigang' innerhalb des Gebäudes aber Pläne schmieden und untereinander dealen können, was das Zeug hält. So taugt der Streifen trotz zweier großer Action-Helden nicht zum Klassiker des Genres.

Von Jakob Paßlick

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