Filmkritik 'The Counselor' - Kinostart: 28.11.2013

The Counselor Kritik
Lasziv: Cameron Diaz und Penélope Cruz.

3 von 5 Punkten

Was für ein Auftritt: Mit 80er-Frise, Schulterpolstern und Mut zum verlebten Gesicht ist Cameron Diaz sicher die Attraktion von Ridley Scotts stargespicktem Thriller ‚The Counselor‘ und darf sogar Sex mit einem Auto haben. Wie das geht? Wir wollen hier nicht zu viel verraten, aber wir sind sicher, dass sich diese denkwürdige Szene in Ihr Hirn einbrennen wird, gerade weil sie nicht wirklich schön ist.

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Der Hingucker des Films ist jedoch Penélope Cruz. Die darf sich in der Eröffnungssequenz sexy mit Hollywoods neuem Liebling Michael Fassbender (‚Shame‘) in den Kissen räkeln, Oralsex inklusive. Penélopes Gatte im echten Leben, Javier Bardem spielt, anders als im letzten 007-Abenteuer oder in ‚No Country For Old Men‘, nicht den Bösewicht, sondern überlässt diesen Part Cameron Diaz, die in Scotts Leinwandepos seine bessere Hälfte mimt. Wie ein struppiges Hündchen – seine Frisur ist noch ein größerer Alptraum als ihre – läuft er als paradiesvogelbunter Clubbesitzer Reiner in schrecklichen Glitzerklamotten hinter seiner Angebeteten Malkina (Diaz) her und versucht, es der Diva mit den dicken Klunkern recht zu machen. Dabei hat er vor allem Angst vor seiner meist übellaunigen Freundin: „Schlaue Frauen sind ein teures Hobby.“

Denkwürdige Sexszene

Kritik The Counselor
Javier Bardem und Michael Fassbender.

Ausgerechnet mit diesen beiden windigen Typen will Michael Fassbender als ehrgeiziger Junganwalt, der im Film immer nur der ‚Counselor‘ genannt wird, krumme Geschäfte machen, und das, obwohl er von dem windigen Mittler Westray (Brad Pitt im Dandylook und nach ‚Thelma & Louise‘ erstmals wieder unter der Regie von Ridley Scott zu sehen) deutlich vor dem Deal gewarnt wird. Schnell entgleitet dem Counselor die Sache, und auf einmal muss er sich nicht nur Sorgen um sein Geld und Wohlergehen, sondern auch um seine so schöne wie naive Verlobte Laura (Penélope Cruz) machen.

Die Schauspieler haben alle sichtlich Spaß an ihren Rollen und Verkleidungen und machen ihre Sache durch die Bank extrem gut. Kameramann Dariusz Wolski, der zuletzt Ridley Scotts ‚Prometheus‘ ins rechte Licht rückte, findet opulente Bilder für den Austausch von Bösartigkeiten in stylishen Dekors und setzt selbst die zunehmend blutrünstigen Gemetzel, bei denen buchstäblich Köpfe rollen, erträglich in Szene. Dennoch ist es vielleicht nicht jedermanns Sache, dass vor allem die erste Hälfte der Handlung hauptsächlich von staatstragenden Dialogen bestimmt wird, bevor es mit mehr Action zur Sache geht.

Dabei wird Scott und seinem Schreiber Cormac McCarthy eine klassische Drehbuchfalle zum Verhängnis: Wenn die Motivation der Handelnden nicht wirklich ersichtlich ist und dazu keiner Protagonisten wirklich sympathisch, bleibt man als Zuschauer unbeteiligt und fiebert nicht wirklich mit. Und so bleibt vermutlich wirklich Cameron Diaz‘ Autosex am meisten hängen, auch wenn Javier Bardem mit seiner Einschätzung recht hat, dass die Nummer „zu gynäkologisch ist, um sexy zu sein.“

Von Mireilla Zirpins

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