Filmkritik: 'The Company You Keep' - Filmstart: 25.7.

Filmkritik: 'The Company You Keep'

Von Anja Blanuscha

4 von 5 Punkten

Robert Redford bekommt sie alle. Während mancher Regisseur froh sein dürfte, nur einen dieser Schauspieler zu verpflichten, wartet sein Thriller ‚The Company You Keep – Die Akte Grant‘ mit einer Armada von Hollywood-Stars auf: Susan Sarandon, Shia LaBeouf, Sam Elliott, Nick Nolte, Julie Christie, Anna Kendrick ... Doch damit nicht genug: Redford spielt in seinem Film auch die Hauptrolle.

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‚Die Akte Grant‘ erzählt die Geschichte von Jim Grant (Robert Redford), der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Der findige Reporter Ben Shepard (Shia LaBoeuf, ‚Transformers‘, ‚Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels‘) enttarnt den Anwalt als radikalen Aktivisten einer politischen Untergrundbewegung, der in den 70er-Jahren einen Wachmann ermordet haben soll. Die Enthüllungsstory ruft das FBI auf den Plan. Grant, der seit 30 Jahren unter falscher Identität ein unbescholtenes Leben führt und die elfjährige Tochter allein erzieht, sieht sich zur Flucht gezwungen. Es beginnt eine Verfolgungsjagd kreuz und quer durchs Land, bei der sich neben dem leitenden FBI-Ermittler (Terrence Howard aus ‚Iron Man‘, ‚L.A. Crash‘) auch der Reporter an die Fersen von Grant und dessen Vergangenheit heftet. Dabei wird dem Journalisten schnell klar, dass der Gejagte selber jemanden jagt.

Brit Marling und Shia LaBoef Hier knistert's: Ben Shepard (Shia LaBoef) flirtet mit Rebecca (Brit Marling) - Tochter eines Ex-Cops.

Solides Kino mit starken Charakterköpfen

Obwohl im Mittelpunkt des Films die große Treibjagd steht, gibt’s hier keine wilden Verfolgungsszenen mit halsbrecherischen Stunts. Okay, der „Gejagte“ Redford ist mit seinen 76 Jahren nun mal nicht mehr ganz taufrisch. Die Rolle des smarten Anwalts auf der Flucht füllt er aber gut aus. Für einen radikalen politischen Aktivisten wirkt seine Figur ‚Grant‘ allerdings beinah zu kantenlos. Seine Sache richtig gut macht Shia LaBoef. Ihm hätte man die Rolle des ambitionierten Reporters auch ohne das reichlich klischeehafte Styling (Hornbrille, abgewetzte Lederumhängetasche und zerknittertes Jackett) abgekauft. Hier und da fragt man sich jedoch, wie es dem Reporter immer wieder gelingt, aus jedem Info-Häppchen stets die richtigen Schlüsse zu ziehen – und das stets vor dem FBI.

Kommen wir zu den vielen „Neben-Stars“. Auf jeden Namen einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Und das ist auch die Crux an dem enormen Staraufgebot. So erscheint etwa Nick Nolte, der einen alten Weggefährten von Grant wunderbar raubeinig verkörpert, nur wenige Minuten auf der Leinwand. Auch Susan Sarandons Auftritt als inhaftierte politische Aktivistin dauert nicht wesentlich länger. Obwohl ihre Figur der Auslöser der Story ist, taucht sie nach drei Szenen nicht mehr auf. Bei seinen Kollegen muss Redford als Regisseur hoch im Kurs stehen, sonst würden sich diese vermutlich nicht mit derart kleinen Rollen abgeben. Ein gutes Händchen bewies Redford mit der Besetzung von Brit Marling (‚Another Earth‘). Charmant authentisch spielt sie die Tochter eines Ex-Cops.

Beim Erzählen der Story lässt sich Redford den ganzen Film über viel Zeit. Im Vergleich dazu fällt der Schluss recht knapp aus. Hier hätte man sich als Zuschauer mehr Auflösung gewünscht. Alles in allem ist ‚The Company You Keep – Die Akte Grant‘ aber ein spannender, schnörkelloser Thriller. Als Zuschauer bekommt man, was man von einer derart hochkarätigen Schauspiel-Riege erwarten darf: 122 Minuten gutes Kino mit starken Charakterköpfen.

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