Filmkritik: 'Snow White and the Huntsman' trifft auf 'Herr der Ringe'

Filmkritik: 'Snow White and the Huntsman' trifft auf 'Herr der Ringe'
© imago stock&people

3 von 5 Punkten

Märchenverfilmungen sind derzeit voll im Trend: So ist es nicht verwunderlich, dass nach 'Spieglein, Spieglein' jetzt bereits die zweite Schneewittchen-Verfilmung in die Kinos kommt. Doch anders als im fröhlich bunten 'Spieglein Spieglein', ist 'Snow White and the Huntsman' eher eine düstere Mischung aus 'Herr der Ringe' und 'Jeanne d’Arc'.

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Die boshafte Ravenna (Charlize Theron, 'Monster', 'Hancock') reißt mit Hilfe ihrer dunklen Armee die Herrschaft des Königreiches an sich und sperrt Snow White (Kristen Stewart, 'Twilight', 'The Runaways') im Turm ein. Solange ihr der Zauberspiegel versichern kann, dass sie die Schönste im Land ist, ist die von Jugend und Schönheit besessene Ravenna zufrieden. Doch mit dem Tag ihrer Volljährigkeit erblüht Snow White zu einer wahren Schönheit. Außer sich vor Wut, dass sie nicht mehr die Schönste ist und Snow White die Flucht aus dem Schloss gelingt, beauftragt Ravenna den Huntsman (Chris Hemsworth, 'Thor', 'Marvel’s The Avengers') sie wieder einzufangen. Statt sie jedoch zu jagen, schlägt sich der Huntsman auf Snow Whites Seite und plant gemeinsam mit ihr einen Rachefeldzug gegen die Königin.

Der Star des Films ist eindeutig Charlize Theron. Keine vermag es Königin Ravenna so herrlich fies und divenhaft zu spielen wie sie. Leider sieht man die Schauspielerin, die eigentlich mehr schreit als spricht, in der zweiten Hälfte der Geschichte viel zu wenig, wodurch der Film ein wenig an Unterhaltungswert einbüßt. Neben der Oscar-Preisträgerin wirkt Kristen Stewart fast schon so blass wie ihr Schneewittchen-Teint. Da hilft auch keine pathetische Rede, die sie vor den Soldaten hält, um sie zu einer Rebellion zu bewegen. Auch wenn sie sich gegen Ende noch in eine Ritterrüstung schmeißt und zu einer Kämpferin à la Jeanne d'Arc mutiert, will irgendwie keine richtige Begeisterung für die weitgehend passive und oft hilflos dreinblickende Kristen Stewart aufkommen.

Dass Regisseur Rupert Sanders, der mit 'Snow White and the Huntsman' sein Film-Debüt gibt, eigentlich aus der Werbebranche kommt, hat sich auf den Film gut und schlecht ausgewirkt. Viele Szenen, wie zum Beispiel das Milchbad der Königin, wirken wie ein Werbespot für ein Parfüm oder ein anderes Beauty-Produkt. Zwar sind die Bilder unheimlich ausdrucksstark und visuell spektakulär in Szene gesetzt, doch haben sie oft keine weitere Bedeutung für den weiteren Verlauf der Geschichte und scheinen lose aneinandergereiht zu sein. Trotzdem gelingt es Sanders die Geschichte auf originelle und sehenswerte Weise umzusetzen, indem er Charaktere neu erfindet und eine ganz neue Welt erschafft. Auch wenn der Film nicht so richtig in Gang kommt und Kristen Stewart als Snow White eher eine Fehlbesetzung ist, lohnt sich der Kinobesuch allein schon wegen Charlize Therons starker Performance und der zahlreichen visuellen Effekte.

Von Mariana Jang

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