Filmkritik 'Pain & Gain' - Kinostart: 22. August 2013

Mark Wahlberg, Dwayne 'the Rock' Johnson, Anthony Mackie und Tony Shalhoub
Dwayne 'The Rock' Johnson voll in Action © Jaimie Trueblood, Photo Credit: Jaimie Trueblood

3 von 5 Punkten

Diesmal stehen keine gigantischen Roboter im Mittelpunkt- dafür aber robotergleiche Bodybuilder. Mit ‚Pain & Gain‘ versucht Regisseur Michael Bay (‚Transformers‘-Reihe) zu beweisen, dass er auch mehr kann, als bildgewaltige Science-Fiction-Filme zu drehen und liefert eine über weite Strecken gelungene und provokative Action-Komödie ab.

- Anzeige -

Personal Trainer Daniel ‚Danny‘ Lugo (Mark Wahlberg) sieht sich nach einer Coaching-Veranstaltung zu mehr berufen, als nur zu seinem Trainer-Dasein und beschließt mit seinem Bodybuilder Kumpel Adrian Doorbal ( Anthony Mackie), einen Kunden aus dem Fitness-Studio, Victor Kershaw ( Tony Shalhoub), zu entführen und ihn um alles zu bringen, was er besitzt. Mit Paul Doyle ( Dwayne ‚The Rock‘ Johnson) finden sie einen weiteren Team-Kollegen.

Paul kommt gerade aus dem Knast, hat nichts zu verlieren und ist muskelbepackt. Nach anfänglichen Kidnapping-Schwierigkeiten, gelingt es dem Trio dann doch Kershaw zu schnappen. Aber der anfängliche Plan niemanden zu Schaden kommen zu lassen, geht dann doch schrecklich schief und die drei finden sich sehr schnell im Chaos wieder.

Abgedreht aber unterhaltsam

Wahlberg, Johnson und Mackie.
Paul, Danny und Adrian wollen den 'American Dream'. © Mark Fellman, Photo Credit: Mark Fellman

‚Pain & Gain‘ basiert auf einer wahren Geschichte- zumindest ist das im Vorspann zu lesen. Ob sich damals alles so brutal und chaotisch zugespielt hat, wie in Bays Version, ist dahin gestellt. Aber mit Mark Wahlberg als Fitness-besessenen Egomanen, Dwayne Johnson als eher dummen Psychopaten und Jesus-Fanatiker und Anthony Mackie als naiven Mitläufer, ist die Besetzung redlich geglückt.

Die drei Hauptcharaktere geben auf der Leinwand ein starkes Team ab. Passend gecastet sind auch die nicht zu vergessenen Nebendarsteller, wie Tony Shalhoub ( ‚Monk‘), die urkomische Rebel Wilson (‚Pitch Perfect‘) und Hollywood-Legende Ed Harris (‚Game Change'). Leider wird der Background dieser, sowie der der Hauptcharaktere nur ansatzweise erklärt. Michael Bay scheint mehr Wert auf die detaillierte Ausführung der Gewalt- und Actionszenen zu legen- eben doch ein bisschen ‚Transformers‘.

Nach anfänglicher Spannung durch die vielversprechende Story und gut platzierten Gags, verliert sich ‚Pain & Gain‘ in Handlungssprüngen und grenzenloser Brutalität, die den Zuschauer nah an die Schmerzgrenze führt. Durch den gelungenen Anfang und das überraschende Ende werden die Mängel aber zum größten Teil wieder wett gemacht. 130 Minuten schwarzer Humor, geballte Action und die Erkenntnis, dass der große Traum nach Reichtum vereint mit Steroiden, zu viel Muskeln und mangelndem IQ sehr leicht aus dem Ruder laufen kann- unterhalten fühlt man sich also allemal.

Von Anne Jaworski

— ANZEIGE —