Filmkritik 'Pacific Rim' - Kinostart: 18.7.2013

Pacific Rim
So sieht der 'Crosstrainer' aus © Kerry Hayes

4 von 5 Punkten

Pünktlich zum Sommerloch nach ‚World War Z‘ noch ein Katastrophenfilm, bei dem die Ausrottung der Menschheit durch fiese Kreaturen bevorsteht – diesmal von Kult-Regisseur Guillermo Del Toro. Lange hatten die Fans auf seinen nächsten Film nach dem kongenialen ‚Pans Labyrinth‘ und dem routinierten ‚Hellboy 2‘ (2008) warten müssen. Denn der Mexikaner sollte eigentlich beim ‚Hobbit‘ Regie führen, gab dann aber doch entnervt an Peter Jackson ab, als die finanziellen Schwierigkeiten des Studios den Dreh zu sehr verzögerten. Nun meldet er sich nach der verlorenen Zeit mit einer Materialschlacht zurück, die auf den ersten Blick wie eine beliebige Auftragsarbeit wirkt. Aber Del Toro macht nichts, wo nicht sein Herzblut drinsteckt, und so kann ‚Pacific Rim‘ als extrem gut gemachter Trash mit kerniger Action, einer guten Portion Humor und einem witzigen Gastauftritt von ‚Hellboy‘-Darsteller Ron Pearlman überzeugen.

- Anzeige -

Die Story, bezeichnenderweise aus der Feder von ‚Kampf der Titanen‘-Autor Travis Beacham, ist zugegebenermaßen reichlich dämlich: Riesengroße Monster tauchen aus den Weltmeeren auf und vernichten ganze Landstriche. Um den gigantischen Viechern, die man Kaiju nennt, den Garaus zu machen, bauen die Menschen imposante Kampfroboter. Die so genannten Jaeger werden immer von zwei Piloten gesteuert, deren Hirne mit einer Neuronenbrücke gekoppelt werden. Diese Fighter in kleinen Eisenrüstungen bewegen sich wie auf einem Crosstrainer in diesem Monsterkampfanzug, der sich dann wiederum mit großen Schritten in Bewegung setzt. Lachen Sie nicht, man gewöhnt sich schnell an derlei Beklopptheiten, wenn das Tempo des Films einem nicht genug Zeit zum Nachdenken lässt. Die letzte Hoffnung der Menschheit sind nun ein paar Jaeger-Piloten, darunter Raleigh (der noch eher unbekannte Charlie Hunnam aus der Serie ‚Sons Of Anarchy‘), der seit ein paar Jahren nicht mehr in einer solchen Maschine gestanden hat, weil er einst mit ansehen musste, wie sein Bruder und Co-Pilot darin ums Leben kann, und die noch völlig unerfahrene Rekrutin Mako (die Japanerin Rinko Kikuchi, sonst eher in Arthouse-Filmen wie ‚Babel‘ zu sehen).

Gut gemachter Trash

Pacific Rim
Rinko Kikuchi teilt aus © Kerry Hayes

Guillermo Del Toro gibt sich richtig Mühe, seinen Science-Fiction-Streifen trotz des düsteren Szenarios und des gewollt abgenutzten Looks seiner Maschinen nicht allzu finster wirken zu lassen. Ein paar vielleicht zu klamaukige Sidekicks (Charlie Day und Burn Gorman als zerstrittene Wissenschaftler) sorgen für gute Laune, und Ron Pearlman hat sichtlich Spaß mit seinem extrem coolen Auftritt als zwielichtiger Ganove Hannibal. Dazu macht es sich bezahlt, dass Del Toro nicht die einschlägigen Action-Dauergäste verpflichtet hat, sondern auf zumindest in diesem Genre frische Gesichter gesetzt hat. Da weiß man nicht schon nach fünf Minuten, wer hier Kanonenfutter ist und wer eh überleben wird, weil er Titelheld und Hollywood-A-Lister ist. Dazu verzichtet Del Toro dankenswerterweise auf den typischen US-Patriotismus der meisten Katastrophenfilme, sondern lässt es auf anderer Ebene menscheln. Und die Love-Story zwischen Hunnam und Mako, die insgesamt einen prima Job machen, funktioniert auch.

Natürlich hat man die ganze Zeit das Gefühl, das alles irgendwo anders schon mal gesehen zu haben – aber eben nicht besser. Diese Mischung aus ‚Godzilla‘, ‚Transformers‘ und ‚Iron-Man‘ besticht eher durch handwerkliche Perfektion als durch Originalität, und so geht man zwar nicht mit einem bleibenden Eindruck aus dem Kino, sondern einfach gut unterhalten. Das ist doch auch schon mal was.

Von Mireilla Zirpins

— ANZEIGE —