Filmkritik 'Olympus Has Fallen' - Kinostart: 13.6.2013

Olympus Has Fallen Filmkritik
Gerard Butler und Aaron Eckhart in 'Olympus Has Fallen'

3 von 5 Punkten

Ein Mann gegen Dutzende von nordkoreanischen Terroristen, die den US-Präsidenten in ihrer Hand haben, also eine Art ‚Stirb langsam‘ im Weißen Haus? Das klingt doch erst mal spannend – und brandaktuell. Nur dass Gerard Butler nicht wie Bruce Willis im Unterhemd unterwegs ist und das Ganze leider nach der Hälfte zu einer Ballerorgie verkommt.

- Anzeige -

Frauenheld Butler, zuletzt in eher schwachen Romantic Comedys wie ‚Der Kautions-Cop‘ oder ‚Kiss The Coach‘ unterwegs, darf hier mal wieder den kernigen Mann fürs Grobe mimen. Er spielt den beim US-Präsidenten (etwas farblos: Aaron Eckhart) in Ungnade gefallenen Leibwächter Mike Banning, der zum Sesselfurzer degradiert wurde. Als ‚sein‘ Präsident aber von einer Terrorbande aus Nordkorea, die einfach mal so das Weiße Haus stürmt, als Geisel genommen wird, wittert Banning seine Chance zur Rehabilitation und stürzt los. Gut, dass der Mann noch alle Zugangscodes im Kopf hat.

Nachdem die Terroristen in einer Gewaltorgie das gesamte Sicherheitspersonal niedergemäht haben, heißt es in den Geheimgängen des Regierungssitzes: Einer gegen alle, also Banning gegen mehrere Dutzend Bösewichte aus Nordkorea. Das ist zwar im Grunde sehr unglaubwürdig, aber Bruce Willis haben wir doch auch abgekauft, dass er sieben auf einen Streich erledigen kann. Und dass die Fieslinge hier ausgerechnet aus Nordkorea stammen, verstört den Zuschauer zunächst, hat doch die Realität inzwischen den Film eingeholt. Der Konflikt zwischen Washington und Pjöngjang war erst nach Ende der Dreharbeiten aufgeflammt.

Szenario gar nicht so unrealistisch

Actionheld Gerard Butler
Mann fürs Grobe: Gerard Butler

Leider ist die Motivation von Antoine Fuquas Thriller jedoch überhaupt keine politische, die Bedrohung wirkt schnell beliebig. Die Terrorkämpfer könnten genauso gut aus jedem anderen Land stammen. Hier geht es nur noch um eine Abfolge von Mann-gegen-Mann-Kämpfen. Wie in einem Computergame arbeitet Mike Banning jede neue Herausforderung gründlich ab, bis er sich der nächsten stellt. Dabei legt Fuqua, als Regisseur von Filmen wie ‚Training Day‘ ohnehin nicht als zimperlich bekannt, unnötig Brutalität an den Tag. Gerard Butler bleibt als Held inmitten dieser Materialschlacht ein wenig eindimensional, aber funktioniert als Kampfmaschine ganz prima.

Das Spannendste an dem Projekt mit einem blassen Oberbösewicht (Rick Yune aus der ‚The Fast And The Furious‘-Reihe), das dafür in Nebenrollen mit Stars wie Morgan Freeman und Ashley Judd aufwarten kann, ist ohnehin, dass das Szenario gar nicht so unwahrscheinlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Fuquas Recherchen haben nach eigener Aussage ergeben, dass es in der Tat lange dauern würde, bis bei einem solchen Anschlag die Einsatzkräfte vor Ort wären. Das Weiße Haus liegt nämlich in einem Bereich, der für die Rettungskommandos mit Fahrzeugen nur schwer zu erreichen ist. Da wollen wir mal hoffen, dass der Film nicht als Schulungsvideo für Terrorkommandos dient.

Von Mireilla Zirpins

— ANZEIGE —