Filmkritik: 'Looper' mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis

Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis in 'Looper'
'Looper' mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis © TriStar/Splash News

3,5 von 5 Punkten

Der niedliche Joseph Gordon-Levitt soll später mal so vierschrötig aussehen wie Bruce Willis? Im SciFi-Thriller ‚Looper‘ möchte Regisseur Rian Johnson (‚Brick‘) uns das mit manchmal etwas zu viel Make-up glauben lassen. Kauft man ihm das ab, und kommt man bei der äußerst komplexen Zeitreise-Story überhaupt mit?

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Zur verwirrenden Geschichte nur so viel: Gordon-Levitt, Liebling des US-Indie-Kinos und seit ‚Inception‘ und ‚The Dark Knight Rises‘ auch Blockbuster-Actionheld, spielt Joe, einen zunächst etwas oberflächlich wirkenden Auftragsmörder. Der träumt im Jahr 2044 von schnellen Autos und von einer festeren Beziehung mit einer flachbrüstigen Prostituierten (Piper Perabo, 'Das Lazarus Projekt'). Sein stumpfer Job als so genannter ‚Looper‘ besteht darin, Leute abzuknallen, die mit einer Tüte über dem Kopf gefesselt vor seinen Füßen landen. Der Witz daran: Diese Menschen kommen per Zeitreise aus der Zukunft, waren ebenfalls mal Profikiller und sollen nun in der Vergangenheit entsorgt werden, weil man früher besser Spuren beseitigen konnte.

Irgendwann muss dann jeder Looper auch sein eigenes älteres Ich aus der Zukunft selbst beseitigen und besiegelt damit den Zeitpunkt seines Ablebens. Als es für Joe so weit ist, hat sein altes Ego (Bruce Willis, 'Stirb langsam') aber keinen Sack auf und keine Fesseln an, schlägt sofort zu und haut ab. Der alte Joe hat nämlich im Sinn, in der Gegenwart etwas zu ändern, das seine Zukunft positiv beeinflussen soll. Aber dem jungen Joe bereitet das Probleme. Der Ausbruch eines Profikillers ist so nicht vorgesehen, das organisierte Verbrechen heftet sich an seine Fersen und er sich an die des alten Joes. Denn wenn er den abtrünnigen Alten nicht ausliefert, wird er zwangsläufig selbst erschossen.

Verwirrend, aber unterhaltsam und spannend

Keine Skrupel: Emily Blunt in 'Looper'
Emily Blunt hat keine Skrupel in 'Looper' © TriStar/Splash News

Alles noch klar? Wenn nicht: Keine Sorge, Sie werden sich an diese zunächst unlogisch wirkende Konstruktion gewöhnen, schon weil sie stur immer weiter behauptet wird. Mehr stört da schon, dass die Maske versucht hat, die mangelnde Ähnlichkeit zwischen den beiden Hauptdarstellern mit ein paar viel zu stark geschminkten Augenbrauen bei Joseph Gordon-Levitt auszubügeln. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, weil der junge Mime es schafft, mit seinem Mund perfekt die typische Bruce-Willis-Actionfilm-Mimik nachzumachen. Aber sei’s drum.

Die Erzählung kommt rasant in Fahrt, auch wenn sie stellenweise etwas redundant ist und das Bemühen um eine coole Atmosphäre stark spürbar wird. Der Showdown mit deutlich weniger Kamerabewegungen und Schnitten stellt im Vergleich dazu einen gewissen Bruch da, ist aber extrem spannend gemacht, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte.

Schauspielerisch ragen vor allem Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis heraus – und Emily Blunt ('Der Teufel trägt Prada') als wehrhafte Farmerin, die man noch nie so blond und so kratzbürstig gesehen hat. Trotz kleiner Schwächen ist ‚Looper‘ eines der interessantesten Zukunftsabenteuer des Jahres, das über zwei Stunden prima unterhält.

Von Mireilla Zirpins

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