Filmkritik 'Kick-Ass 2' - Kinostart: 15. August 2013

Kick-Ass und Hit-Girl legen den Gangstern von New York wieder das Handwerk
Auf Kick-Ass (Aaron Tylor-Johnson) und Hit-Girl (Chloë Grace Moretz) warten neue Abenteuer.

2,5 von 5 Punkten

Gangster von New York, nehmt euch in Acht! Die Superhelden sind zurück. Drei Jahre nach ihren waghalsigen Abenteuern in Teil 1 ziehen Kick-Ass (Aaron Tylor-Johnson) und Hit-Girl (Chloë Grace Moretz) wieder los, um die Kriminellen der Stadt das Fürchten zu lehren. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass Kick-Ass 2 in jeder Hinsicht noch brutaler und übertriebener daherkommt als sein erfolgreicher Vorgänger.

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Nachdem er den Vater von Bösewicht Red Mist (Christopher Mintz-Plasse) im ersten Teil ermordet hat, lebt Dave alias Kick-Ass wieder sein Loser-Dasein. Verloren in der 'normalen' Welt sucht er die Nähe zu Mindy, besser bekannt als Hit-Girl, mit der er einst seine Superhelden-Fantasien auslebte. Doch Mindy weist ihn zunächst ab. Sie hat ihrem Ziehvater versprochen, ein 'normales' High-School-Mädchen zu sein.

Verzweifelt schließt sich Dave der Truppe 'Justice Forever' an, die unter der Führung des Ex-Mafioso Colonel Stars And Stripes (Jim Carrey) in die Superhelden-Welt abdriftet. Währenddessen schwört Bösewicht Red Mist Rache an Kick-Ass und seinen Freunden. Unter dem neuen Pseudonym Motherfucker akquiriert er eine Armee von skrupellosen Verbrechern, die die Superheldengeneration vernichten soll. Ein blutiger Krieg beginnt, den die Superhelden nur mit Hit-Girls Hilfe gewinnen können.

Carrey distanziert sich nachträglich von den vielen Gewaltszenen

Jim Carrey überzeugt in der Rolle des Colonel Stars And Stripes.
Angeführt von Colonel Stars And Stripes (Jim Carrey) kämpft Kick-Ass gegen die Unterwelt.

In der zweiten Verfilmung des gefeierten Comics von Kultautor Mark Millar schießt Regisseur Jeff Wadlow leider etwas über das Ziel hinaus. Er fokussiert sich zu sehr auf die extrem blutigen Kampfszenen und lässt dabei die Charaktere weitestgehend außen vor. Anders als im ersten Streifen nimmt die Gewalt ein solches Ausmaß an, dass der Zuschauer von den Bildern weniger gefesselt, sondern eher überrollt wird. Die schnellen Szenenwechsel und wackeligen Kameraeinstellungen sind nur schwer zu verdauen. Jim Carrey distanzierte sich deswegen nach dem Amoklauf an einer Grundschule in Newtown nachträglich von den expliziten Gewaltszenen der Superhelden-Persiflage.

Er ist es aber auch, der manches wieder herausreißt. Der 'Kick-Ass-Neuling' sorgt mit seiner Rolle als witziger und zugleich beinharter Superhelden-Anführer Colonel Stars And Stripes für die belustigenden Höhepunkte. In der Nebenhandlung, wo sich Mindy/Hit-Girl mit den coolen Mädchen ihrer Schule ein erbittertes Duell um Anerkennung liefert, sucht man witzige Passagen hingegen vergeblich.

Trotzdem ist 'Kick-Ass 2' durchaus sehenswert, was vor allem daran liegt, dass die beiden Hauptdarsteller wie schon im ersten Teil ein perfektes Duo bilden. Die junge Chloë Grace Moretz, beim Dreh erst 15 Jahre alt, besticht wie schon beim letzten Mal durch ihre Kaltschnäuzigkeit. Zu Recht hat sie mittlerweile in Hollywood Fuß gefasst, in Martin Scorseses 'Hugo Cabret' den Hauptdarsteller an die Wand gespielt und als mauliger Teenager in Tim Burtons 'Dark Shadows' das Publikum verzaubert. Ihre schlagfertige Darstellung des Hit-Girls imponiert und tröstet über manche Mängel des Plots hinweg. Dafür sorgt auch der sieben Jahre ältere Aaron Taylor Johnson (23). Gekonnt interpretiert er die Rolle des Außenseiters, der die Welt vom Bösen befreien will, und lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass sein Wille groß genug ist, um den Motherfucker zu besiegen. Wer nicht allzu zart besaitet ist und den ersten Film mochte, kann also mit Kick-Ass und Hit-Girl durchaus einen netten Abend verbringen.

Von Konstantin Betsis

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