Filmkritik 'I, Frankenstein' - Kinostart: 23.1.2014

Aaron Eckhart in 'I, Frankenstein'
Adam (Aaron Eckhart) muss nicht nur seine eigene Haut retten, sondern auch die junge Wissenschaftlerin (Yvonne Strahovski) beschützen.

1,5 Punkte von 5 Punkten

Die Figur des legendären Frankenstein aus dem gleichnamigen Roman von Mary Shelley hat ja schon einige Filmemacher zu ihren Werken beflügelt. Nun hat sich auch der eher Regie-unerfahrene Stuart Beattie (als Autor an der ‚Fluch der Karibik‘-Reihe beteiligt) an der Story rund um den künstlich erschaffenen Menschen versucht, basierend auf dem gleichnamigen ‚Darkstorm Comic‘ seines Co-Drehbuchautoren (Kevin Grevioux, ‚Underworld‘). In ‚I, Frankenstein‘ lässt er das vermeintliche Monster Adam (gespielt von Aaron Eckhart, ‚The Dark Knight‘) in einer düsteren Ära gegen Dämonen und Gargoyles antreten.

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Schauplatz des Fantasy-Streifens ist Darkhaven, eine im Dunkeln liegende Stadt, über der nie die Sonne aufzugehen scheint. Hoch über den finsteren Gassen thront eine mächtige Kathedrale, deren Fassadenfiguren – genannt Gargoyles - bei Gefahr zum Leben erwachen. Und die Gefahr lauert gleich in der Nachbarschaft. Dort treibt Dämon Prinz Naberius (Bill Nighy, ‚Harry Potter und die Heiligtümer des Todes‘) sein Unwesen. Im Herzen seines schloss ähnlichen Anwesens arbeitet er fieberhaft daran, künstliches Leben zu erschaffen – und zwar gleich in Form einer ganzen Armee. Daher macht er bereits seit 200 Jahren Jagd auf Frankensteins Schöpfung (Aaron Eckhart). Doch der zusammengeflickte, muskulöse ‚Adam‘, wie die Gargoyle-Königin Leonore (Miranda Otto, ‚Herr der Ring, Teil 2 & 3‘) den Sohn Frankensteins bei ihrer ersten Begegnung tauft, hat es seinerseits auf Naberius abgesehen. In der blonden Wissenschaftlerin Terra (Yvonne Strahovski, ‚Unterwegs mit Mum‘), die für den Dämonen-Prinz an der Erschaffung künstlichen Lebens arbeitet, findet der Einzelkämpfer schließlich eine aufrichtige Verbündete …

Szenenbild aus I, Frankenstein
Kampf dem Dämon: Die Gargoyles unterstützen Adam (Aaron Eckhart) bei seinem Schlachtzug.

Ein vergleichbarer Erfolg wie mit ‚Fluch der Karibik‘ dürfte Stuart Beattie mit ‚I Frankenstein‘ wohl nicht gelingen. Mal abgesehen von der recht dürftigen Storyline, verbreitet nicht nur die größtenteils am Computer erschaffene Szenerie 'B-Film-Atmosphäre'‘. Es fängt schon mit der ersten Kampfszene an. Bei einem überraschenden Dämonen-Angriff eilen Adam zwei Gargoyles zu Hilfe, die nach dem Kampf menschliche Gestalt annehmen – und zwar in Form einer attraktiven, braungebrannten Kämpferin und eines nicht minder attraktiven Kämpfers. Rein optisch könnten diese glatt einem Gladiatoren-Film entsprungen sein - im Gegensatz zum Outfit des von Narben gezeichneten Adam. Dessen Umhang erinnert entfernt eher an ‚Highlander‘. Der düstere Look wird abgerundet von einem grimmig, verkniffenen Blick, der Aaron Eckhart im Gesicht festgefroren zu sein scheint. Aber die junge Wissenschaftlerin, die selbstverständlich eine Koryphäe auf dem Gebiet des künstlichen Lebens ist, schreckt das nicht ab. Im Gegenteil: Die Blondine entwickelt schnell eine Schwäche für Adam, der bei genauerem Hinsehen für einen Zombie gar nicht so unansehnlich ist. Zum krönenden Abschluss und mit Fall des dämonischen Prinzen kämpft sich am Ende schließlich das Sonnenlicht durch den Wolken verhangenen Himmel.

Wer auf leichte Fantasy-Kost und jede Menge Kämpfe zwischen computeranimierten Kreaturen vor düsterer Kulisse steht, der kommt in den 90 Minuten im Zweifel auf seine Kosten. In die Reihe der Frankenstein-Klassikern dürfte es ‚I, Frankenstein‘ aber nicht schaffen.

Von Anja Blanuscha

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