Filmkritik 'Die Unfassbaren' - Kinostart: 11. Juli 2013

Isla Fisher, Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Dave Franco
Fisher, Eisenberg, Harrelson, Franco © dpa, Concorde Filmverleih

3 von 5 Punkten

Was für eine Besetzung: Jesse Eisenberg, Isla Fisher, Woody Harrelson, Dave Franco, Mélanie Laurent, Mark Ruffalo, Morgan Freeman und Michael Caine in einem stylishen Thriller über ein paar Zauberer, die Robin-Hood-mäßig Überfälle durchführen - vor Publikum und mit reiner Magie. Klingt nach einem Riesen-Showspektakel – das ist es auch, bleibt aber etwas zu sehr an der Oberfläche.

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Mittels Tarot-Karten werden die vier Illusionisten von einem Unbekannten zusammengestellt wie eine Casting-Band: Der eingebildete Selbstdarsteller Atlas (Jesse Eisenberg, der hier mal richtig gut aussieht), seine Ex-Geliebte und Ex-Assistentin Henley (Isla Fisher wirkt als einziges Mädchen im Magier-Quartett etwas zu maskulin), die als Entfesselungskünstlerin arbeitet, der abgehalfterte Gedankenleser Merritt (etwas farblos: Woody Harrelson) und der kleine Taschendieb Jack (leider nicht so charismatisch wie sein berühmter Bruder James: Dave Franco) rauben gleich bei ihrem ersten Auftritt eine Bank aus, ohne selbst anwesend zu sein. Die erbeutete Kohle streuen sie ins Publikum. Kein Wunder, dass sich die Shooting-Stars am Magier-Himmel sofort größter Beliebtheit erfreuen.

Doch wer ist der rätselhafte Auftraggeber der Zaubercrew? Das würden die vier gern selbst wissen, und das ebenfalls unfreiwillig zusammengewürfelte Ermittlerduo aus FBI-Agent Rhodes (wie immer gut: Mark Ruffalo) und seiner französischen Interpol-Kollegin Alma (très charmant: Mélanie Laurent) genauso. Die beiden aber haben schon Not, mit dem Tempo der ‚Four Horsemen‘, wie sich die Magiertruppe nennt, überhaupt mitzuhalten, geschweige denn, ihnen etwas nachzuweisen...

Gute Optik, wenig Tiefgang

Die Unfassbaren mit Isla Fisher
Isla Fisher entfesselt © dpa, Concorde Filmverleih

Dieser ‚Ocean’s Eleven‘-Abklatsch mit Magiern ist ein bisschen zu kompliziert und ein bisschen zu sehr auf Äußerlichkeiten bedacht, sieht aber immer gut aus und unterhält ganz prima, solange man bloß nicht zu sehr anfängt, den ganzen Hokuspokus einer logischen Überprüfung zu unterziehen. Die unterkühlte Vegas-Show-Atmosphäre und eine zu große Anzahl an Protagonisten, denen man nicht über den Weg trauen kann, machen es für die Zuschauer schwierig, einen emotionalen Anker zu finden. Mit wem soll man hier mitfiebern?

Dass man sich den etwas an den Haaren herbeigezogenen Quatsch 115 Minuten lang trotzdem gern ansieht, obwohl Regisseur Louis Leterrier (‚Kampf der Titanen‘) ein paar Auflösungen schuldig bleibt, liegt weniger an den vier etwas blassen Titel-Stars, sondern an den wirklich hervorragenden Nebendarstellern, unter denen neben Mark Ruffallo und Mélanie Laurent Morgan Freeman und Sir Michael Caine herausstechen.

Von Mireilla Zirpins

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