Filmkritik 'Der Lieferheld' - Kinostart: 5.12.2013

Der Lieferheld mit Vince Vaughn und Cobie Smulders
Cobie Smulders und Vince Vaughn

3 von 5 Punkten

Ein liebenswerter Loser (eine Paraderolle für Vince Vaughn) hat jede Menge Schulden, als seine Freundin (die sympathisch unprätentiöse Cobie Smulders aus ‚The Avengers‘ und ‚How I Met Your Mother‘) ihm eröffnet, dass sie ein Kind von ihm erwartet. Noch härter trifft den Lieferwagenfahrer eines Familien-Fleischereibetriebs allerdings, dass er auch noch der Vater von 533 mittlerweile volljährigen Kindern sein soll – aus einer Zeit, in der er der eifrigste Spender einer Samenbank war.

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Er kann noch nicht mal ein Kind ernähren, und jetzt strengen zahlreiche dieser jungen Menschen eine Sammelklage an, um endlich ihren genetischen Erzeuger kennenzulernen – und wer weiß, was noch. Die Geschichte kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, handelt es sich bei ‚Der Lieferheld‘ doch um eine Neuverfilmung der frankokanadischen Komödie ‚Starbuck‘. Die wurde fast detailgetreu übernommen, und zwar praktischerweise gleich von dem Regisseur, der auch schon für das Original verantwortlich war: Ken Scott, vor ‚Starbuck‘ in der Filmbranche noch ein fast unbeschriebenes Blatt.

Haben wir dieses Remake gebraucht?

Vince Vaughn als Der Lieferheld
viele, viele Kinder: Vince Vaughn

Wäre das wirklich nötig gewesen? Wie wäre es, demnächst alles gleich vor der Greenscreen zu drehen? Dann könnte man für die Auswertung in anderen Ländern die Schauspieler vielleicht sogar einfach digital ersetzen durch dort bekanntere Stars und müsste nix neu schneiden. Was also hat das Remake, was das Original nicht hat? Nun ja, ein paar international bekanntere Stars wie Vince Vaughn und Cobie Smulders.

Wer hier nicht zum Hardcore-Fanclub der beiden gehört und ‚Starbuck‘ schon gesehen hat, kann sich die Neuauflage getrost sparen. Alle anderen bekommen eine Komödie geboten, die zwar nur mittelmäßig lustig ist, sich dafür aber mehr Zeit nimmt, um den Figuren psychologische Tiefe zu verleihen und dankenswerterweise auf platte Scherze über Körperflüssigkeiten verzichtet – und da hätten sich einige angeboten. Vince Vaughn spielt, was er meistens spielt: einen sympathischen Schlunz, der einfach nicht erwachsen werden will. Für seine Verhältnisse nimmt er sich hier aber sehr zurück. Nett, aber nichts, was man unbedingt gesehen haben muss.

Von Mireilla Zirpins

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