Filmfest in München: Der Islam ist dieses Jahr der Schwerpunkt

Bahman Ghobadi
Dem iranischen Filmemacher Bahman Ghobadi ist eine Retrospektive gewidmet. Foto: Javier Etxezarreta © DPA

Der Islam ist in diesem Jahr einer der Schwerpunkte des Filmfestes München. Es seien knapp 15 Streifen aus islamisch geprägten Regionen zu sehen, sagte der für das internationale Programm zuständige Organisator Bernhard Karl am Montag in München.

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Dabei komme es vor allem darauf an, den Menschen in diesen Ländern ein Gesicht zu geben und den Zuschauern zu ermöglichen, sich in die Lage der Protagonisten zu versetzen.

So ist dem kurdischen Filmemacher Bahman Ghobadi eine Retrospektive gewidmet. Neben seinen alten Filmen zeigt der Iraner auch sein halbdokumentarisches Werk "A Flag Without a Country" über Kinder im Krieg. Hochaktuell ist Halkawt Mustafas Film "El Clásico" - nicht zuletzt, weil es in Zeiten der Europameisterschaft um Fußball geht, genauer um die Spiele zwischen FC Barcelona und Real Madrid. Alan will die Familie seiner Liebsten beeindrucken. Deshalb will er vom Irak nach Spanien und dem Real-Star Christiano Ronaldo Fußballschuhe überreichen, die der Vater seiner Auserwählten hergestellt hat. "Made in France" von Nicolas Boukhrief dagegen ist ein Thriller, in dem ein Journalist in eine dschihadistische Gruppe eindringt, die ein Attentat in Paris plant.

Eröffnet wird das Festival am 23. Juni mit der schon in Cannes gefeierten Komödie "Toni Erdmann" von Maren Ade. Bis zum 2. Juli zeigt das Festival insgesamt mehr als 200 Filme aus aller Welt, darunter viele aus Deutschland. Gezeigt wird etwa der neue "Polizeiruf 110: Wölfe" des Regisseurs Christian Petzold, dem ebenfalls eine Werkschau gewidmet ist. Weltpremiere feiert Sönke Wortmanns Film "Deutschland. Dein Selbstporträt". Tausende Menschen hatten dafür Filmchen gedreht, die Wortmann zu einem nicht ganz zweistündigen Werk zusammengestellt hat. Auch für Jugendliche ist etwas dabei, so etwa die Premiere von "Smaragdgrün", dritter Teil der Fantasy-Trilogie nach den Jugendbüchern.

Ehrengast ist in diesem Jahr die US-Amerikanerin Ellen Burstyn. Die Schauspielerin ("Alice lebt hier nicht mehr") bekommt am 27. Juni den Ehrenpreis des Filmfestes, den CineMerit Award. Auch viele andere Auszeichnungen werden verliehen, etwa der Arri/Osram Award für den besten internationalen Film (50.000 Euro), der Bernd Burgemeister Fernsehpreis (25.000 Euro) oder der Förderpreis Neues Deutsches Kino (70.000 Euro).


dpa

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