Film-Friedenspreis an Burkhard Klaußner: "Den Schwachen helfen"

Ehepaar Klaußner
Burghart Klaußner und seine Frau Jenny bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Films-Die Brücke. Foto: Ursula Düren/dpa © DPA

Der Schauspieler Burkhard Klaußner hat den Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke erhalten. "Spielen bedeutet für Burkhard, sich zu reiben - am Stoff, an der Figur, auch am Regisseur, was herrlich ist, weil es der Wahrheitsfindung dient", sagte Regisseur Oliver Hirschbiegel in seiner Laudatio.

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Klaußner bekam den Preis für die Hauptrolle in dem Drama "Der Staat gegen Fritz Bauer", in dem er als Generalstaatsanwalt trotz Hindernissen Nazi-Verbrecher vor Gericht bringen will. Klaußner nutzte seine Dankesrede für eine Aufforderung: "Uns gehts gut und wir sind stark und ich glaube, der Stolz der Starken ist es immer, den Schwachen zu helfen."

Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer, Ehrenpreisträger aus dem Jahr 2014, zog nach 15 Friedenspreisverleihungen Bilanz und erklärte seine Version von Frieden: "Wie wie wir miteinander umgehen, wie wir miteinander reden, was wir füreinander tun, das ist das Entscheidende für Frieden", empfahl er. "Trotzdem sollten wir auch manchmal gemeinsam weinen, wie wenig wir doch bei der Sache erreichen können."

Der Hauptpreis national ging an Kai Wessel für sein Drama "Nebel im August" über die Opfer des NS-Euthanasieprogramms, das am 6. Oktober ins Kino kommen soll. Im Mittelpunkt steht Ernst Lossa aus Augsburg, der 1944 mit 14 Jahren getötet wurde - aus Gründen des Rassenwahns und weil er sich auflehnt.

Die Schauspielerin Maria Furtwängler stellte als Laudatorin aktuelle Bezüge zu medizinischen Möglichkeiten wie der Präimplantationsdiagnostik her, mit der Ungeborene auf Krankheiten untersucht werden können. "Was gilt denn eigentlich heute als normal, wie viel Abnormalität akzeptieren wir", fragte sie. "Nebel im August" zeige eine klare, unkorrumpierbare Haltung und sei eine Hommage an die Kraft des Kinos und ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Wessel bedankte sich: "Wir wollten bewegen, wir wollten natürlich gleichzeitig erinnern und wir wollten auch vorausschauen".

Den internationalen Preis erhielt der Däne Tobias Lindholm für sein oscarnominiertes Kriegs- und Gerichtsdrama "A War". Weitere Auszeichnungen gingen an "Mustang" von Deniz Gamze Ergüven und an Gianfranco Rosi, der in "Fuocammare" das Flüchtlingselend auf der italienischen Insel Lampedusa dokumentiert. Rosi hat dafür bereits den Goldenen Bären auf der diesjährigen Berlinale gewonnen.

Die Trophäen in Form von Brückenpfeilern werden seit 2002 im Rahmen des Münchner Filmfestes vergeben im Gedenken an Bernhard Wicki (1919 - 2000), Regisseur des berühmten Antikriegsfilms "Die Brücke". Initiator ist Wickis Witwe Elisabeth Wicki Endriss.


dpa
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