Fernanda Brandao: So ist es wirklich in Brasilien

Fernanda Brandao: "Die kämpfen ums Überleben" Mit Fernanda Brandao in ihrer Heimat Brasilien

Fernanda Brandao: "Die kämpfen ums Überleben"

Sonne, Strand, Zuckerhut und das größte Fußballfest der Welt. Seit dem Start der Weltmeisterschaft 2014 schauen alle nach Brasilien. Das Land, wo jedes Motiv aussieht wie eine kitschige Urlaubs-Postkarte. Genau dort ist Fernanda Brandao geboren und aufgewachsen. Doch so idyllisch das Land im Moment auch wirkt, umso größer sind die Probleme der Menschen fernab des WM-Spektakels. Das hat auch Fernanda in ihrer Jugend zu spüren bekommen, wie sie uns bei einem gemeinsamen Besuch in ihrer Heimatstadt Rio de Janeiro erzählt.

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Die Stadt mit den endlos weißen Traumstränden zählt noch immer zu den gefährlichsten Städten der Welt. Armut, Gewalt, Drogen - in den Armenvierteln, genannt Favelas, ist das bis heute allgegenwärtig. "Da geht es nicht darum, am Strand zu liegen und gut auszusehen, sondern die kämpfen ums Überleben jeden Tag. Sie kämpfen auch, dass sie keine verlorene Kugel trifft, wenn die Polizei hochkommt und auf einen schießt", erzählt uns Fernanda.

Für die Fußballweltmeisterschaft hat die Polizei versucht, die Kriminalität halbwegs in den Griff zu bekommen. Vor der WM hat jeder versucht, die gefährlichen Gebiete zu meiden. Zu groß war die Angst vor der Kriminalität, brutalen Überfällen, Morden und Schüssen. Denn all das war früher der ganz normale Alltag. "Mein Tischnachbar war einer, der in einem Slum gewohnt hat. Eines Morgens kam er nicht mehr zur Schule. Zwei Monate später kam er wieder und erzählte, dass seine Mutter erschossen wurde. Das war Realität in der Schule", erzählt sie weiter. Auch sie hat nachts oft die Schüsse gehört!

Dabei ist die 31-Jährige in keinem Armenviertel, sondern gut behütet in der Mittelschicht groß geworden. Mit den Nachbarskindern hat sie im Innenhof gespielt und ist auf Strommaste geklettert. "Fernanda war sehr emanzipiert, sehr ruhig und hat immer hier gespielt. Das war eine tolle Zeit", erzählt uns ihre Mutter Sila.

Als Fernanda neun Jahre alt war, ist sie mit ihrer Mutter schließlich nach Deutschland ausgewandert. Was sie sich für ihr Leben verspricht und welche Richtung sie einmal einschlagen will, war für sie aber schon damals in Rio de Janeiro klar: "Ich wollte immer ins Fernsehen und berühmt sein. Hat geklappt!" Als Sängerin der 'Hot Banditoz' und als DSDS-Jurorin hat sie tatsächlich ihren Durchbruch geschafft.

Auch wenn Fernanda Brandao die meiste Zeit in Hamburg gelebt hat, Brasilien ist noch immer ihre Heimat! Die Sängerin ist stolz, wie sich hier alles zum Positiven verändert hat. Es gibt zwar noch einiges zu tun, doch sie ist überzeugt, auch wenn die Fußball-WM vorbei ist, wird Rio de Janeiro, die Stadt der Gegensätze, irgendwann mal ein Ort sein, an dem sich jeder sicher fühlen kann.

Bildquelle: RTL

 
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