Felipe von Spanien und Letizia stoßen bei spanischem Volk auf Widerstand

Prinzessin Letizia, Prinz Felipe und sein Vater König Juan Carlos.
Steht Prinzessin Letizia dem Druck als zukünftige Königin stand? © dpa, Sergio Barrenechea

Felipe und Letizia sind "nicht mit dem Herzen dabei"

Während Königin Máxima und König Willem-Alexander im April 2013 bei ihrer Inthronisierung von dem niederländischen Volk mit Jubel und offenen Armen empfangen wurden, weht in Spanien ein ganz anderer Wind. Nachdem am 2. Juni 2014 bekannt wurde, dass Prinz Felipe und Ehefrau Letizia nach der Abdankung von König Juan Carlos den Thron besteigen werden, gingen zehntausende Spanier auf die Straße und protestierten gegen die Monarchie. Wenn es nach ihnen ginge, sollte es in Spanien künftig gar keinen König mehr geben. "Die Königsfamilie hat sich vom Volk gelöst. Sie ist mit dem Herzen nicht mehr dabei", so Adelsexperte Michael Begasse im 'RTL'-Interview.

Ein bitterer Schlag für die Royals. Da stellt sich besonders die Frage, wie Letizia diese Ablehnung verkraftet. Ausgerechnet die zerbrechliche Prinzessin an der Spitze eines Königshauses, das zuletzt wegen Affären und Betrugsvorwürfen in die Schlagzeilen kam. Kann sie die Herzen der Spanier zurückerobern? "Letizia (...) hat es nicht geschafft, eine eigene Marke zu setzen", meint Begasse. Die Spanier fragen sich: Wofür steht Letizia? "Sie hat die Thronfolge gesichert, zwei süße Mädchen zur Welt gebracht. Aber mehr als ein hübscher Kleiderständer an der Seite des künftigen Königs ist sie noch nicht", so Begasse.

Und war der Druck, als Prinzessin immer perfekt zu sein, schon hoch, wird er als Königin ins Unermessliche steigen. Ist die 41-Jährige dem gewachsen? Sie musste in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge verkraften. So wurde ihre damals 31-jährige Schwester Erika 2007 tot in ihrer Wohnung gefunden - die Ermittler gingen damals von Selbstmord aus. Außerdem kursierten Gerüchte, wonach Letizia 1998 ein Baby abgetrieben habe. Für die streng katholischen Spanier wäre das eine unverzeihliche Sünde. Immer wieder machten auch Magersucht-Gerüchte die Runde. Doch Letizia und ihr Gatte hielten zusammen. Am 22. Mai 2004 gaben sich die beiden in Madrid das Jawort.

Zehn Jahre ist das Paar verheiratet, als die Nachricht von ihrer Inthronisierung um die Welt geht. "Eines ist ganz klar: Felipe, als zukünftiger König von Spanien, braucht Letizia an seiner Seite. Hinter einem starken König muss eine noch stärkere Frau stehen", so Adels-Experte Michael Begasse im Interview mit RTL.

Diese Stärke muss Letizia aber wohl erst noch beweisen. Denn auf sie und ihren Gatten wartet viel Arbeit. Der 46-Jährige zukünftige König muss das ramponierte Image des Königshauses wiederherstellen. Mit zu vielen Skandalen hatte sein Vater das Volk verärgert. Dazu gehörten nicht nur eine Elefantenjagd in Botswana mitten in der Wirtschaftskrise 2012, sondern auch etliche Affären-Gerüchte.

Nach 39 Jahren hat nun ein anderer Mann die Chance, das Land mit seinem Regierungsstil wieder aufblühen zu lassen. "Heute hat es eine jüngere und mit neuer Energie ausgestattete Generation verdient, entschlossen an vorderster Linie die Veränderungen und Reformen anzugehen, die die derzeitigen Umstände verlangen", sagte auch der 76-jährige Juan Carlos in einer Radio- und Fernsehansprache.

Damit die Abdankung wirksam und Felipe zum neuen König gekrönt werden kann, muss nun noch eine Nachfolge-Regelung vom Parlament verabschiedet werden - denn eine Abdankung des Monarchen ist im spanischen Rechtssystem bislang nicht vorgesehen. Und das könnte schneller passieren, als gedacht. Denn wie die 'dpa' berichtet, so könnte Prinz Felipe Medienberichten zufolge bereits in rund zwei Wochen den Thron besteigen. Laut der Zeitung 'El País' sei für die Proklamierung im Parlament die Woche vom 16. bis 20. Juni angedacht.

Bildquelle: dpa

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