Faszinierend anders: Songwriter John Southworth

John Southworth
John Southworth legt mit "Small Town Water Tower" nach. Foto: Cory Bruyea © deutsche presse agentur
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Nach dem Doppelalbum "Niagara" - vom deutschen "Rolling Stone" etwas überraschend zum besten Album des Jahres 2014 gekürt - legt der in Großbritannien geborene Kanadier John Southworth nun das mit 37 Minuten Laufzeit deutlich kleinformatigere "Small Town Water Tower" (Tin Angel/Indigo) vor.

Wieder jubelt das Magazin über "ein mystisches Meisterwerk" und vergibt die Höchstwertung. Und auch wenn sich die Platte ein Stück weit von den klassischen Cinemascope-Balladen des Vorgängers entfernt, so kann man die Begeisterung doch insgesamt nachvollziehen.

Zwar irritiert zunächst das auf allerhöchsten Hochglanz polierte, elektronischere Klangbild der zwölf neuen Songs, die sich dem Glam- und Softpop der 70er Jahre nähern, aber auch dem Sound moderner Klangtüftler wie Flaming Lips oder Tame Impala. Sobald man erst einmal darüber hinweggekommen ist, erkennt man jedoch wieder ganz ähnliche Detailverliebtheit und Raffinesse wie auf "Niagara".

Southworths säuselnd-nasale Crooner-Stimme ist - ähnlich wie die von Rufus Wainwright - ein "acquired taste", wie der Brite gern über nicht ganz leicht zugängliche Kunst sagt. Und einem Mainstream-Hit verweigert sich der Sohn des britischen Seventies-Songwriters Peter Shelley ("Gee Baby", "Love Me Love My Dog") auch diesmal mit seinen komplexen Melodiebögen - obwohl er solch ein Lied mit Massen-Appeal gewiss schreiben könnte.

Seine Musik sei "funkelnd, rätselhaft, überwältigend, von Raum und Zeit losgelöst", schwärmt der "Rolling Stone" über John Southworth. Auch live wirkt die Faszinationskraft dieses Künstlers, der sich ebenfalls mit Erfolg als Kinderbuchautor versucht hat. Demnächst nachzuprüfen am 15. November im Berliner Privatclub, am 16. im Kölner Theater der Wohngemeinschaft und am 17. im Nachtasyl des Hamburger Thalia-Theaters.


Quelle: DPA
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