Fantastic Negrito: Bluesrock mit Botschaft

Fantastic Negrito
Lässige Grooves und eine starke Stimme: Xavier Dphrepaulezz alias Fantastic Negrito. Foto: Blackball Universe/Believe © deutsche presse agentur
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Jack White und Dan Auerbach können sich bekanntlich nicht besonders leiden. Vielleicht sollten die beiden mal gemeinsam das neue Album von Fantastic Negrito hören - um in stolzer Harmonie zu erkennen, welche Initialzündung ihr Neo-Bluesrock freigesetzt hat.

Denn "The Last Days Of Oakland" (Blackball Universe/Believe) bedient sich all jener Versatzstücke, mit denen sowohl White (The White Stripes und solo) als auch Auerbach (The Black Keys, The Arcs) seit rund 15 Jahren kommerziell und künstlerisch erfolgreiche Retro-Trends setzen. Die Platte des Afro-Amerikaners Xavier Dphrepaulezz alias Fantastic Negrito fusioniert moderne Blues-Elemente, fiebrigen Soul, raue Americana, Folk und Rock ähnlich mitreißend wie die beiden weißen Crossover-Spezialisten aus Nashville.

Beim Multiinstrumentalisten Dphrepaulezz kommt im Vergleich zu White und Auerbach eine ordentliche Portion Gesellschaftkritik hinzu. Aus seinem Leben im kalifornischen Oakland weiß er so einiges darüber zu berichten, was es in den USA heutzutage immer noch bedeutet, ein Schwarzer zu sein.

"Black lives matter", das Motto gegen rassistische Polizeigewalt, taucht in den Songs von Fantastic Negrito zwar nicht wortwörtlich auf, doch es bildet den politischen Hintergrund. Aber es geht auch um andere Ungerechtigkeiten - etwa dass ärmere Schwarze durch explodierende Mieten und hohe Lebenskosten massenhaft aus manchen Städten vertrieben werden.

Wer nun befürchtet, dass "The Last Days Of Oakland" ein anstrengendes und schlecht gelauntes Agitprop-Machwerk sein könnte - dem ist nicht so. Die zwölf Tracks gehen mit lässigen Grooves und der starken Stimme des Frontmanns Dphrepaulezz mühelos ins Ohr - und manchmal auch in die Beine. Ein so relevantes wie zeitloses Album.

Konzert: 12.9. Berlin (Gretchen)


Quelle: DPA
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