Hollywood Blog by Jessica Mazur

Fans bieten Vermögen für Jackos Trauerfeier

Fans bieten Vermögen für Jackos Trauerfeier
Fans bieten Vermögen für Jackos Trauerfeier

von Jessica Mazur

"Ich werde heute den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und immer wieder den Refresh Button drücken!" So lautete heute die Antwort eines Michael Jackson Fans gegenüber 'CNN' auf die Frage, wie sie ihren Sonntag verbringen wird. Warum ist klar: die junge Frau gehörte zu den 1,6 Millionen Menschen, die sich am Freitag und Samstag auf der Internetseite des Staples Centers registriert hatten, um Tickets für Jacksons Trauerfeier zu erhalten und wartete nun auf den unwahrscheinlichen Fall einer Gewinnbenachrichtigung. Unwahrscheinlich deshalb, weil unter den 1,6 Millionen Menschen gerade mal 8750 Gewinner ausgelost wurden, die jeweils zwei Tickets erhielten. Auch wenn die Organisatoren in der Nacht von Samstag auf Sonntag eifrig darum bemüht waren, Mehrfachregistrierungen aus ihrem System zu löschen und mögliche Schwarzmarkthändler auszumachen und ein paar hundert Registrierungen für ungültig erklärten, muss man kein Rechengenie sein, um zu erkennen, dass die Chancen, Tickets für die Michael Jackson Gedenkfeier zu ergattern, ein bisschen was von einem Lottogewinn haben.

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Um zu vermeiden, dass die 8750 Auserwählten ihre zwei Tickets weiterverkaufen - einige Fans schrieben bereits in amerikanische Onlineforen, dass sie bereit sind, ein paar tausend Dollar für ein Ticket auszugeben - müssen sich die ausgelosten Fans bereits am Montag hier in Los Angeles ihre Tickets abholen und bekommen dabei ein Plastik-Bändchen ans Handgelenk, das ihnen am Dienstag Eintritt ins Staples Center oder in gegenüberliegende Nokia Theatre verschafft. Sollte das Plastikbändchen geöffnet oder beschädigt sein, wird diesen Personen der Zutritt verweigert. Klingt eigentlich nach einem vernünftigen System. Trotzdem dauerte es nicht lange, bis am Sonntag die ersten Karten auf Onlinemarktplätzen, wie Ebay oder "Craigslist" auftauchten. Problem ist nämlich, dass nicht alle Karten an die Fans gingen, sondern ein Teil der Tickets an Mitarbeiter, ehemalige Sponsoren, usw. verteilt wurden, die am Sonntag versuchten, einen schnellen Dollar damit zu machen. So tauchten heute auf "Craigslist" Anzeigen auf wie: "Aufgepasst, Kinder. Durch meine Kontakte zu AEG (Jacksons Konzertveranstalter) hat Daddy Tickets und Bändchen. Wer dabei sein will, muss sich das was kosten lassen!" Preis für zwei Tickets: 10.000 Dollar! Andere posteten: "Habe gewonnen. Verkaufe das zweite Ticket meistbietend. Nehme ab sofort Preisvorschläge entgegen."

Während einige schamlos versuchten, aus ihren Tickets bare Münze zu machen, versucht die Polizei von Los Angeles alles, um die Massen aus der Stadt fernzuhalten. Immer wieder betonten heute Polizeisprecher in den US Medien, dass sich Fans NICHT auf den Weg nach LA machen sollen, dass das Staples Center großräumig abgesperrt wird, dass es auf den Straßen der Stadt NICHTS zu sehen gibt und dass Fans ohne Tickets Zuhause bleiben und die Trauerfeier live im Fernsehen schauen sollen. Personen, die rund um das Staples Center leben oder arbeiten, wurden aufgerufen, am Dienstag Dokumente bei sich zu führen, die über Wohnanschrift oder Arbeitsstelle Auskunft geben, und Busse, deren Route am Staples Center vorbeiführt, werden umgeleitet oder fallen aus. Wahnsinn! Ob die Leute allerdings tatsächlich fernbleiben, ist fraglich. Bereits Sonntag hatten Fans aus aller Welt Stellung vor dem Staples Center in Downtown LA bezogen, der Parkplatz war überflutete mit Übertragungswagen und Reportern und die Sprecher von internationalen Fluggesellschaften verkünden, dass die Nachfrage nach Flügen in Richtung LA in den letzten Tagen enorm zugenommen hat und fast alle Flüge ausgebucht sind. Trotz aller "Please Stay Away!" Warnungen, bereitet sich die Polizei deshalb auch darauf vor, dass am Dienstag hunderttausende(!) von Fans, ob nun mit Ticket oder nicht, versuchen werden, in die so genannte "Safe Zone" rund um das Staples Center einzudringen. Keine Frage, was auch immer am Dienstag hier in LA passiert, der King of Pop setzt auch nach seinem Tod noch immer neue Maßstäbe!

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

 

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