Fall Kachelmann: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Vergewaltigungs-Prozess: Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für Jörg Kachelmann gefordert
Jörg Kachelmann nach seinem Freispruch im Vergewaltigungs-Prozess vor dem Landgericht Mannheim. © dpa, Ronald Wittek

Nächste Runde nach Freispruch im Vergewaltigungs-Prozess

Nicht ganz unerwartet geht der Fall Kachelmann in die nächste juristische Runde. Die Staatsanwaltschaft Mannheim legt jetzt Revision gegegn das Urteil ein. Der 52-jährige Wettermoderator Jörg Kachelmann war Ende Mai vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin freigesprochen worden.

- Anzeige -

Die 38-jährige Ex-Geliebte hatte Kachelmann beschuldigt, sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten. DNA-Spuren stützten die Anklage nicht.

Das Gericht war mit seinem Urteil dem Antrag der Verteidigung gefolgt. Für eine Verurteilung fehlten den Richtern am Landgericht Mannheim die Beweise. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für den Wettermoderator gefordert.

Man wolle nun erst die schriftlichen Urteilsgründe prüfen, sagte der zuständige Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Dann werde entschieden, ob die Revision aufrechterhalten werde. Formelle Verfahrensfehler gebe es aus bisheriger Sicht zwar nicht, so Oltrogge. Es gehe vielmehr um Fragen der stichhaltigen Beweiswürdigung durch das Gericht und darum, ob die Indizienkette nochmals überprüft werden müsse. Die Kammer hatte zur Begründung des Freispruchs darauf verwiesen, dass die Indizien sowohl für als auch gegen Kachelmann sprechen könnten und ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Das Landgericht hat nun dreieinhalb Monate Zeit, die schriftliche Urteilsbegründung zu verfassen und der Staatsanwaltschaft zu überstellen. Oltrogge rechnet damit, dass sie spätestens Ende September vorliegen wird. Danach ist die Staatsanwaltschaft erneut am Zug und hat einen Monat Zeit, "die Revision zu begründen und zu prüfen, ob wir die Revision auch durchführen", so Oltrogge. "Im Oktober wissen wir, wohin die Reise geht."

Wie es im Justizkrimi um Kachelmann weitergeht, dürfte damit frühestens im Herbst feststehen: Im Falle einer Revision hätte dann der Bundesgerichtshof (BGH) zu entscheiden. Sollte der BGH Rechtsfehler feststellen, wird das Verfahren an das Landgericht Mannheim zurückgegeben.

— ANZEIGE —