Fabian Hinrichs: Aufgeregt vor der "Tatort"-Premiere

Fabian Hinrichs: Aufgeregt vor der "Tatort"-Premiere
Die Kriminalhauptkommissare Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel, Mitte) in einem schwierigen Gespräch © BR/Olaf Tiedje

Fabian Hinrichs (40, "Alles inklusive") verdankt seine Rolle als Hauptkommissar Felix Voss im neuen Franken-"Tatort" (BR) unter anderem Gisbert Engelhardt. Jenem fast schon legendären Assistenten der BR-Kommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miro Nemec) in der Folge "Der tiefe Schlaf" (2012). Dank seiner Darstellung wollten weder die Zuschauer noch der BR künftig auf den gebürtigen Hamburger verzichten. Ob er auch so lange bleiben wird wie die Münchner Sonntagskrimi-Kollegen beantwortet Hinrichs im Interview mit spot on news so: "Meiner Frau habe ich 'für immer' geschworen, ..."

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Kritik fürchtet er nicht

 

Was ist für Sie das Besondere am Sonntagskrimi ("Tatort"/"Polizeiruf 110")?

 

Fabian Hinrichs: Der Sonntagskrimi ist eine der letzten Konstanten des gesellschaftlichen Lebens. Es ist eine exzellente Möglichkeit, anspruchsvolle, unterhaltende Filme über einen langen Zeitraum hinweg zu erfinden.

 

Wie groß ist die Aufregung vor der Premiere?

 

Hinrichs: Aufgeregt bin ich schon, ich freu mich aber auch sehr darauf.

 

Fürchten Sie die Kritik nach der Erstausstrahlung?

 

Hinrichs: Nein. Ich glaube, Qualität setzt sich immer durch, auch wenn man manchmal einen langen Atem haben muss.

 

Udo Wachtveitl und Miro Nemec sind als Kommissare Leitmayr und Batic (ebenfalls BR) seit 1991 dabei. Können Sie sich vorstellen, auch so lange zu bleiben?

 

Hinrichs: Meiner Frau habe ich "für immer" geschworen, weil man das in der Liebe auch kann. In Kunst und Kultur kann man das eher nicht sagen, weil so viel Dynamik darin steckt. Somit kann man es auch beim "Tatort" nicht versprechen. Was ich aber sagen kann: Der Franken-Ableger ist langfristig angelegt. Wir haben alle sehr lange und sehr viel an der Entwicklung des neuen Teams gearbeitet. Es wäre Ressourcen-Verschwendung, wenn man nur ein oder zwei Filme machen würde. Ich hoffe, dass es dabei nicht nur auf die Quote ankommt - auch wenn wir ja vielleicht ganz tolle Quoten haben werden.

 

Warum sollte die Quote nicht so wichtig sein?

 

Hinrichs: Generell ist es natürlich toll, wenn viele Menschen einschalten, ein Qualitätsmerkmal ist es aber nicht immer. Qualität sollte sich nicht über die Quote definieren.

 

Die Fans wollten Sie nach Ihrem Auftritt in einer Folge des München-"Tatorts" ja unbedingt zurück. Wie groß ist jetzt der Druck?

 

Hinrichs: Beides ist zwar "Tatort", aber sonst haben die beiden Rollen nichts miteinander zu tun. Sie sind komplett unterschiedlich angelegt. Der Assistent Gisbert Engelhardt war eine sehr extreme Figur, der "Tatort"-Kommissar aus Franken wird das nicht sein. Das wäre auf längere Sicht gesehen auch nicht gut. Es macht also nicht so viel Sinn, die beiden Rollen zu vergleichen.

 

Gab es die Überlegung, Gisbert Engelhardt wieder auferstehen zulassen?

 

Hinrichs: Nein, nie. Diese Figur sollte erst unheimlich nerven, dann doch liebgewonnen werden und am Schluss sterben. Das passiert dem Hauptkommissar Felix Voss nicht.

 

Haben Sie den fertigen Film schon gesehen?

 

Hinrichs: Wir haben den alle zusammen im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin angeschaut, nachdem er fertig gemischt war - und ich fand ihn sehr gelungen.

 

Welche Rolle spielt der Franken-Bayern-Konflikt im Krimi?

 

Hinrichs: Ich habe davon gehört, dass es da so ein vergleichendes und konkurrenzbehaftetes Verhältnis gibt. Egal, ob das stimmt oder nicht, diesen Weg werden wir natürlich nicht weitergehen. Wie heißt es im Sport-Jargon so schön: Wir müssen auf uns selbst schauen und unsere Spiele gewinnen.

 

Was hat Sie in Franken überrascht, was sollte man gesehen haben?

 

Hinrichs: Die Nürnberger Burg, das Germanische Nationalmuseum und das Reichsparteitagsgelände natürlich.

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