Hollywood Blog by Jessica Mazur

Extensions für Barbiepuppen

Extensions für Barbiepuppen
Extensions für Barbiepuppen

von Jessica Mazur

 

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Noch bis vor ein paar Jahren habe ich mich immer gefragt, wie es sein kann, dass die Haare der Stars innerhalb eines Monats mehrere Zentimeter zu wachsen scheinen, während meine eigenen - trotz größter Mühe und aufmunternder Worte - im selben Zeitraum gerade mal einen halben Zentimeter länger wurden.

Heute weiß ich natürlich, die Stars haben auch kein Zaubershampoo, die Rätsels Lösung heißt schlicht und einfach: Hair-Extensions. Ein Thema, das hier in Hollywood - der Hochburg des Körperkults - natürlich ganz groß geschrieben wird! Bisher wusste ich aber nie so recht, wie das eigentlich genau funktioniert. Deshalb habe ich heute auch, als mich eine Freundin fragte: "Ich krieg neue Haare, wanna come?", sofort "Sure!" gesagt.

Ich weiß nicht, wie das in anderen Städten läuft, aber in L.A. muss die Nachfrage nach Extensions extrem groß sein, denn der Verlängerungsprozess grenzt hier schon fast an Massenabfertigung. Als erstes muss man sich ein Bündel neues Haupthaar aussuchen ('Silky Straight, Kinky Curly, European Wave oder doch lieber ZigZag?'). Danach werden die Haare dann entweder mit Nadel und Faden an einer am Hinterkopf geflochtenen ?Haar-Schnecke? angenäht (aua), oder die gekauften Haare werden Strähne für Strähne mit Hilfe einer Klebepistole und viel Klebstoff mit den eigenen Haaren verschmolzen...

Beides dauert eine kleine Ewigkeit! Und das, obwohl die Extension-Expertin im 'His &Her'-Salon auf dem Wilshire Boulevard gleich fünf Frauen gleichzeitig bearbeitet, dabei ständig zwischen Nadel und Klebepistole wechselt...und quasselt wie ein Wasserfall! So erfuhren wir unter anderem, dass selbst Stars wie Halle Berry, Toni Braxton und Britney Spears schon zum Hair-Shopping im Salon waren, dass Britney ihre ganzen Probleme nicht hätte, wenn sie damals bei Justin geblieben wäre (gut, hätten wir das also auch geklärt...) und dass das Haar, das zur Verlängerung verwendet wird, Tempelhaar ist, das von tibetanischen Frauen geopfert wird!

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, was das für ein Brauchtum ist, bei dem Frauen in Tibet ihre Haare opfern, damit Frauen in Hollywood und Beverly Hills besser aussehen, aber nun gut ;-) Nach gut drei Stunden war meine Freundin (endlich) fertig, und ihre eigentlich kinnlangen Haare waren nun wesentlich dicker und länger als zuvor. Nicht schlecht. Auch der Preis - 200 Dollar - war okay. Ich glaube, in Deutschland ist das wesentlich teurer.

DENNOCH: wenn man genau hinsah, konnte man diese kleinen Klebstoff-Knubbel am Haaransatz erkennen. Die, die man auch immer auf Fotos von Britney Spears, Paris Hilton, Nicole Richie, Lindsay Lohan und Co. sieht. Und ich kann mir nicht helfen, irgendwie erinnert mich der Anblick immer an die Kopfhaut meiner Barbie-Puppen früher. Aber wenn mal drüber nachdenkt, dann macht das ja auch irgendwie Sinn...

Viele Grüße aus Lalaland von Jessica Mazur

Extensions für Barbiepuppen
© Bild: Jessica Mazur