Exklusives Interview mit Nickelback

Exklusives Interview mit Nickelback
Foto: Nina G. Gilhooley © Nina G. Gilhooley

„Ryan hat mir früher Jobs verschafft!“

Chad, hast du Tricks, wie du deine unverwechselbar raue Stimme trainierst?

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Chad: Ryan haut mir vor jeder Show eine rein. (Ryan lacht und nickt.) Nein, wenn ich Druck dahinter lege, klingt sie einfach so. Ich habe schon immer so gesungen, und meine Lieblingssänger ebenfalls. Früher habe ich vor einer Tour immer eine Weile gebraucht, sie einzusingen. Drei Monate frei, und ich habe geklungen wie ein Chorknabe. Heute versuche ich, ein wenig softer zu klingen. Wenn ich so richtig laut und druckvoll ins Mikro singe, habe ich ab und zu schonmal Angst um meine Stimmbänder.

Auch um das Mikro? Das Gerücht geht um, dass du schon einige Studiomikrofone nur mit deiner Stimme demoliert hast..

Chad: Ich habe eine sehr sehr laute Stimme, wenn ich singe. Wir haben all diese teuren Mikrofone gekauft, die super klingen, wenn man „normal“ reinsingt. Wenn du so rau und laut reinsingst wie ich, ruinierst du sie. Wir haben Tonnen von richtig teuren 600-Dollar-Mikrofonen geschrottet, weil sie meine Lautstärke nicht verkraften konnten. Nachdem wir das letzte Album fertig hatten, kam ein Freund zu mir und brachte mir eins, in das auch James Hetfield von Metallica reinsingt. Genau danach hatte ich gesucht!

Lass uns einen Blick in die Zukunft werfen: steht ihr auch mit 60 noch auf der Bühne, so wie die Stones?

Chad: Ich weiß nicht, ob ich noch so singen kann wie heute, wenn ich 60 bin.... ob ich das noch bringe? Es wäre schön, Musik zu machen, bis wir selbst entscheiden, aufzuhören. Bevor die Leute uns leid werden und die Fans sagen „Okay, wir wollen euch nicht mehr“. Das ist der Traum. Wenn wir nichts mehr haben, worüber wir singen können, wenn wir das Gefühl haben, alle Shows gespielt zu haben und nichts mehr erreichen können, was wir nicht schon erreicht haben. Wäre gut, wenn wir an dem Punkt sagen können „wir hören auf“.

Ryan: Okay, wir hören auf... (lacht)

Chad: Ha, genau, wir hören einfach für fünf Jahre auf und machen dann die Reunion-Tour.

Mike, dein Bruder, hat früher bei Starbucks gearbeitet. Hattet ihr beide vor Nickelback auch mal normale Jobs?

Chad: Klar. Ryan hat mir die Jobs immer verschafft...

Ryan: Klingt übel, oder?

Chad: Ryan bekam einen Job und ich bat ihn dann, ein gutes Wort für mich einzulegen. Ich bekam den Job und wurde kurz darauf wieder gefeuert (lacht)

Ryan: Ja, wir hatten auch ganz normale Jobs. Ich habe in einem Museum gearbeitet, Parkhäusern, habe Autos gewaschen, aber das hier ist ganz sicher der beste Job bislang.

Chad: Ich habe als Möbelpacker gearbeitet, als Dachdecker, habe Essen ausgeliefert und mit Ryan eine Weile in einer Lagerhalle gejobbt...

Ryan: Ich habe mal einen halben Tag lang Fenster geputzt, das war ein 17stöckiges Gebäude. Und dachte, das ist echt scheiße.

„Meine Ex-Verlobte gibt gerade mein Geld aus“

Rockstar zu sein ist ganz sicher ein besserer Job... euer Song „Rockstar“ bedient ja das komplette Klischee des Rock´n Roll Lebens. Was davon ist für euch wahr geworden?

Chad: Die „tourbuses full of old guitars“, wir haben eine Menge Vintage-Gitarren und so ein Zeug. Jeder in der Band hat ein schönes Haus und mehr als 1 Auto. Was noch… ach ja, meine Ex-Verlobte gibt mein Geld aus, während wir uns hier unterhalten. Also das meiste aus dem Song ist wahr. Es ist einfacher zu sagen, was nicht wahr geworden ist: Der „Star on Hollywood Boulevard“ ist noch nicht da, das wäre cool.

Ihr seid 2012 auf Tour, wann können wir euch in Deutschland sehen?

Chad: Es gibt noch keine festen Daten. Wir kommen auf jeden Fall, besonders nach den heutigen Neuigkeiten: „When We Stand Together“ kommt hier super an! Wir hoffen, das wird beim Album auch so sein. Wir freuen uns sehr auf Deutschland – die Fans hier waren und sind unglaublich gut zu uns. Wir werden so lange herkommen, wie sie uns hören wollen.

… bis ihr 60 seid?

Beide: Das wäre super!

Vielen Dank für das Interview!

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