Exklusives Interview mit Morten Harket Teil 2

Exklusives Interview mit Morten Harket; Foto: Roxana Haus
Morten Harket: Jetzt wieder als Solokünstler unterwegs © amiy rouschanak

„Berühmt zu sein, nimmt dir dein Leben weg“

Morten, du wirst dieses Jahr 53 Jahre alt, siehst aber locker zehn Jahre jünger aus. Was tust du dafür?

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Ich weiß es nicht! Eigentlich nichts Besonderes ...

… wobei du In einem Interview gesagt hast, keine Drogen, kein Alkohol, aber soviel Sex wie möglich hielten dich jung ...

(lacht) Irgendwo muss ich bei der Aufzählung gescherzt haben ...

Wo wir bei deinen Zitaten sind, Du hast auch mal gesagt, dass Ruhm dir dein Leben wegnimmt. Wie hast du das gemeint?

Ja. Es ist so, dass der Moment, in dem du berühmt wirst, dich aus der Gesellschaft hinaus schleudert. Du bist nicht länger ein Teil davon, sondern schaust quasi von außen hinein. Das alleine ist schon eine Riesenveränderung im Leben. Alles verändert sich.

Fluch oder Segen?

Beides. Du bewegst dich von dem Punkt des Berühmtseins an natürlich weiter. Aber wohin? Dein Bekanntheitsgrad trifft dich überall, egal wo du hingehst. Und es betrifft auch alle Leute in deinem Umfeld, mehr noch als dich selbst. Du denkst, du bist immer noch der Gleiche. „Bist du aber nicht“, sagen sie. „Du bist berühmt, also verändert das alles“. Deine Familie und Freunde müssen Wege finden, damit umzugehen. Es ist also mehr Fluch als Segen, du nimmst eine besondere Position in der Gesellschaft ein. Du kannst nicht mehr in einen Bus einsteigen und anonym bleiben. Was immer du tust, wird bemerkt und zum Gesprächsthema ... und das, was du nicht tust, ebenso!

Du tourst Ende April auch durch Deutschland, und neben deinen neuen Songs spielst du auch einige A-HA Klassiker. Wonach wählst du sie aus?

Ich habe nicht die geringste Ahnung (lacht). Ich versuche, eine gute Balance zwischen neu und alt zu halten. Ich werde das singen, was sich „richtig“ anfühlt, und das werden sicher einige der großen Songs sein. Persönlich würde ich aber auch noch gerne einige der weniger bekannten, versteckteren A-HA-Songs auswählen. Die, die wir nicht so oft live gespielt haben.

Das klingt nach Überraschungen auf der Bühne. Wie sehr hast du die Liveperformance vermisst?

Vermisst? Nein, ich vermisse das nicht. Aber ich freue mich durchaus, wieder auf die Bühne zu gehen und darin einzutauchen. Sentimentale Gefühle zu früheren A-HA-Zeiten habe ich überhaupt nicht. Wenn ich mit Paul und Magne wieder etwas machen will, egal wann, dann mache ich das. Die kommende Solo-Tour ist das, worauf ich mich im Hier und Jetzt fokussiere.

Wir freuen uns darauf. Vielen Dank für das Interview!

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