Exklusiv-Interview mit will.i.am

Talk mit Will.i.am
Inspiriert durch Musik, Kunst, Mode und Technologie, entstand will.i.ams Männer-Modelabel i.am.clothing.

"Ich komme aus der Zukunft"

Wenn du für einen Tag in einer anderen Zeit leben könntest, welche wäre es?

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will.i.am: Das mache ich doch gerade. Ich komme nämlich aus der Zukunft. (lacht) Ich würde mich auf jeden Fall für die Zukunft entscheiden.

Und wie weit würdest du in die Zukunft reisen? Zehn Jahre oder 200 Jahre?

will.i.am: Wenn ich 200 Jahre in der Zukunft leben würde, wär ich vermutlich auch in der Lage im Hier und Jetzt zu leben. Ich denke, dass wir in 200 Jahren die Gesetze der Schwerkraft und die Teilchenlehre so gut verstehen, dass wir intelligente Teilchen erstellen können und mit Hilfe unseres Bewusstseins unsere Teilchen so steuern können, dass wir zum Beispiel auch hier und jetzt sein könnten.

Du bist definitiv ein Trendsetter. Was glaubst du, wird der nächste große Musik-Trend sein?

will.i.am: Der nächste Trend in der Musik? In fünf Jahren trägst du eine Uhr, die deinen Herzschlag liest, deine Temperatur misst, die Außentemperatur anzeigt, deinen Biorhythmus erfasst. Dazu gibt es eine App, mit der du basierend darauf einen Song komponieren kannst. Damit gibt’s du dann exakt wieder wie du dich gerade fühlst. Aktuell kann jeder mit Hilfe eines Computers einen Beat machen. Wenn du einen Beat kreieren willst, gehst du zu Youtube, schaust dir dort in einem Tutorial an, wie man einen Track erstellt, lädst dir noch ein paar Akkorde runter, packst ein paar Drums dazu und den Rest erledigt der Computer. So funktioniert das heute. Die Kompositionen von morgen werden anders sein.

"Vor fünf Jahren wäre ich ein Stalker gewesen"

Black Eyes Peas Mastermind Will.i.am. im Talk
Wie sieht die Zukunft aus? will.i.am hat da schon ganz konkrete Vorstellungen ...

Und wie?

will.i.am: Schau mal, ich bin auf Twitter und irgendwer folgt mir. Aber keiner sagt, wo es eigentlich hingeht. Wenn ich dir folge, wohin führst du mich? In sozialen Medien von heute schaue ich mir Fotos von Leuten an und sehe zwar, was diese erlebt haben, aber ich kann nicht fühlen, was sie dabei gefühlt haben. Ich bin der Meinung, dass wir über diesen Punkt hinauskommen müssen, mehr in Richtung „verstehen“. Denn die soziale Vernetzung aktuell besteht aus Anfragen und Erwidern – aber nicht aus Verstehen. Wenn diese Tools weiter ausgeklügelt werden, so dass sie deine Stimmung, deine Temperatur, dein Wohlbefinden verstehen, wird es Applikationen geben, die dir darauf abgestimmt Unterhaltung anbieten können. Denn was verstehen wir eigentlich unter Unterhaltung? Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich auf Twitter gehe, um zu sehen, was Leute gesagt oder gemacht haben, hätte ich das damals unbedingt als unterhaltsam empfunden. Jetzt mache ich das, um Zeit totzuschlagen. Eigentlich hat das Ganze doch eher was von Leute ausspionieren. Vor fünf Jahren hätte man das auch noch als Spionieren bezeichnet, jetzt heißt es: 'Hey, ich folge dir bei Twitter!' Vor fünf Jahren wäre ich doch ein Stalker gewesen! Also, wo führt das alles hin? Die neuen Endgeräte müssen den Leuten ermöglichen, ihre Inhalte entsprechend freizusetzen, wie zum Beispiel einen Song. Darum werde ich noch mal studieren, um solche Dinge mitvoranzubringen.

Vielen Dank für das Interview!

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