Exklusiv-Interview mit Frida Gold

'Frida Gold'-Frontfrau Alina Süggeler im Video zu 'Liebe ist meine Rebellion'
Als Frida Gold-Frontfrau trägt Alina immer sehr extravagante Outfits. Privat ist eher Pragmatismus gefragt.

"Wir sind zwar getrennt, aber unser Baby haben wir behalten"

Alina, du modelst nebenher und hast eine super Figur. Wann findest du zwischen all dem Termin-Stress überhaupt noch die Zeit, dich fit zu halten?

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Alina: Das Schlimme ist ja, dass man so komisch isst, wenn es stressig ist. Dann isst man auch viel von solchem Zeug (nimmt einen Bissen von ihrem asiatischen Essen). Seit ein paar Monaten arbeiten wir jetzt mit einem Personal Trainer, was wirklich viel bringt. Das minimiert auf einmal auch das Sportpensum um einen Riesenteil. Jetzt ist zwar wirklich kontinuierliches Sporttreiben angesagt, aber nicht mehr so ausufernd. Früher bin ich einfach Stunden durch den Wald gejoggt, ohne zu wissen, was und ob das überhaupt was bringt.

Andi: Das war eine gute vorweihnachtliche Entscheidung (beide lachen und sie bedient sich bei seinem Essen).

Und eine Frage von Frau zu Frau: Du trägst meistens recht extravagante und modische Outfits. Kleidest du dich privat auch so oder gehst du auch mal ungeschminkt vor die Tür?

Alina: Nee, nicht komplett anders. Ich würde zu dem Outfit jetzt vielleicht andere Schuhe [trägt Overknee-Stiefel] tragen und meine Ringe [trägt an der rechten Hand an jedem Finger einen] ablegen, aber nein. Grundsätzlich, auch so von unserer Lebensweise her, ist es schon so, dass wir einen gewissen Pragmatismus an den Tag legen. Wir arbeiten viel, arbeiten intensiv und arbeiten auch hart. In einer intensiven Studiophase interessiert es mich einen Shit wie ich aussehe. Wobei ich da dann wiederum denke, dass es für die Dokumentation dieser Studiophase ein wenig schöner wäre, wäre ich auch etwas schöner gekleidet. Privat gewinnt also eher der Pragmatismus als der Wunsch immer so auszusehen, wie man sich selbst gerne sehen will.

Bei Bands fragen sich viele immer, ob sie sich privat auch so gut verstehen und in ihrer Freizeit auch Zeit miteinander verbringen, vielleicht sogar zusammen wohnen. Wie lebt ihr denn?

Andi: Das Lustige ist, dass Alina und ich tatsächlich in einer WG [in Berlin] wohnen. Wir haben auch unser Studio in unserer Wohnung. Während der Entstehungsphase des ersten Albums waren wir ein Paar, haben uns dann getrennt, unser Baby, 'Frida Gold', aber behalten. Für das zweite Album sind wir jetzt bewusst wieder zusammengezogen, um auch dieses Gefühl von der ständigen Auseinandersetzung zu haben, um kreative Momente auch unabhängig von Zeit zuzulassen.

Alina: Für uns als Band war es auch ein wichtiger Moment als Andi und ich auf unserer Songwriting-Reise in Los Angeles gelandet sind und uns dort so unglaublich wohl gefühlt haben, dass wir da unbedingt noch mal mit der ganzen Band rüber wollten. Dann haben wir ein kleines Häuschen gemietet und sind tatsächlich mit der ganzen Band da eingezogen. So für zwei, drei Monate haben wir da zusammen gelebt und gearbeitet. Das war sicherlich auch noch mal ein Schritt in Richtung Bandgefühl.

"Es geht nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen"

Die Band 'Frida Gold'
Alina und Andi sind für das zweite Album extra wieder in eine WG gezogen - Studio inklusive.

Ihr geht bald auf Tour, ihr habt momentan auch viele Promo-Termine und wohnt auch noch zusammen. Wenn ihr euch doch mal auf den Zeiger geht ...

Andi: Täglich. (beide lachen)

... wie geht ihr damit um?

Alina: Wir streiten. Wir streiten auch wirklich viel. Wir diskutieren auch viel und es wird auch tatsächlich meistens ausdiskutiert. Die Zeit ist momentan einfach so knapp, dass wir gezwungen sind, Dinge miteinander auszufechten und durchzustehen. Es geht dann aber auch relativ schnell bei uns. Also es knallt dann immer einmal laut bei uns und dann ist aber auch alles wieder gut.

Andi: Wir sind da auch so ein wenig wie Geschwister.

Alina: Ja, total.

Andi: Im Endeffekt geht es uns auch immer darum, dass wir gemeinsam einfach das Beste aus dem machen, was wir bieten können. Das schafft man nicht nur durch Friede, Freude, Eierkuchen.

Ihr habt beide schon früh mit der Musik angefangen, teilweise sogar schon in der Schule. Wusstet ihr damals schon, dass ihr damit mal euer Geld verdienen möchtet?

Alina: Ja.

Andi: Lustigerweise ja.

Also gab es gar keinen Plan B?

Alina: Überhaupt nicht.

Andi: Nicht so richtig, nee.

Alina: Also es gab musikalische Abweichungen von dem einen klaren Ziel. Aber ich glaube, man trägt da so etwas in sich, wenn man so einen Weg gehen möchte. Dazu gehört natürlich auch vieles, zum Beispiel ein unglaublich starker Wille. Den entwickelt man nicht über Nacht und den entwickelt man nicht, weil man gesagt bekommt 'Oh, das machst du ganz toll', sondern den entwickelt man, weil man den irgendwie ganz früh schon spürt. Das ist schon immer die Kraft, die einen steuert. Zumindest war das bei uns so.

Also wäre das auch euer Tipp an alle jungen Künstler? Ein starker Wille und dran bleiben?

Andi: Ich glaube, das hat noch nicht einmal was mit Musik zu tun, sondern ich glaube, immer dann, wenn man ganz, ganz, ganz, ganz hartnäckig an dem arbeitet, was einen wirklich von Herzen mit Freude erfüllt, dann öffnen sich Türen automatisch. Es haben sich bei uns immer wieder Türen geöffnet und die werden sich auch immer dann öffnen, wenn man authentisch ist.

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