Ex-'Mister Germany' bei SEK-Einsatz niedergeschossen

Adrian U. wurde 1998 zum schönsten Mann Deutschlands gedacht
Adrian U. wurde 1998 zum schönsten Mann Deutschlands gedacht © picture-alliance / ZB, Jörg Lange, er

Drei Verletzte: Der ehemalige Schönheitskönig leistete Widerstand

Blutiger Ausgang eines Polizei-Großeinsatzes: Bei der Zwangsräumung seines Grundstücks in Sachsen-Anhalt wurde der ehemalige 'Mister Germany' Adrian U. niedergeschossen und schwer verletzt. Das bestätigten Polizeisprecher der 'Mitteldeutschen Zeitung'. Der 41-Jährige, der Anhänger der Reichsbürger ist, war schon in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten, weil er als Anhänger der Reichsbürger die Gesetze der Bundesrepublik nicht akzeptiert und sogar einen eigenen Staat mit dem Namen "Ur" gründete.

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Nun war der ehemalige Schönheitskönig, der 1998 zum schönsten Mann Deutschlands gewählt wurde, mit der Zahlung für ein Grundstück im Dörfchen im sächsischen Reuden in Verzug und sollte deshalb sein Haus räumen. Weil er sich am Vortag weigerte, das Grundstück zu verlassen, rückte das SEK einen Tag später wieder zur Zwangsräumung an - diesmal mit 200 Beamten an.

Ex-'Mister Germany' Adrian U. und seine Frau Sandra
Ex-'Mister Germany' Adrian U. und seine Frau Sandra © picture-alliance / dpa, Peer Grimm, gk/rh

U. und die weiteren Bewohner des Grundstücks hatten sich ebenfalls Unterstützung von weiteren 13 Menschen geholt. Sie warfen mit Pflastersteinen nach den Polizisten. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem sowohl Adrian U. als auch Polizeivertreter Schüsse abfeuerten.

Die Bilanz des Einsatzes mit Gegenwehr: Adrian U. wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen. Sein Zustand soll stabil sein. Zwei Polizeibeamte wurden ebenfalls verletzt. Ein Polizist trug eine Wunde, sehr wahrscheinlich von einer Schusswaffe, am Hals davon, sein Kollege wurde von einem Bekannten des Ex-'Mister Germany' gebissen, bestätigte Polizeisprecher Ralf Karlstedt der 'Mitteldeutschen Zeitung'.

Aus seinem Schönheits-Titel konnte Adrian U. nicht längerfristig Kapital schlagen. Er versucht sich als Unternehmer, Mobilfunk- und Solaranlagen-Verkäufer. Nach einer Nacht im Gefängnis kam ihm wohl der Glauben an den deutschen Staat abhanden. Da gründete der ehemalige Mobilfunk-Vertriebler auf seinem Grundstück den so genannten "Staat Ur". Er besteht aus Adrian U., seiner Frau Sandra, aparterweise ebenfalls ehemalige 'Miss Germany' des Jahres 2000 und den beiden Söhnen des Paares. Seither tritt er nur noch unter dem Namen "Ich bin" auf und lädt bei 'Youtube' Videos von seinen Auseinandersetzungen mit der Polizei hoch.

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