Ewan McGregor exklusiv bei VIP.de

VIP.de trifft Ewan McGregor

Im Exklusiv-Interview berichtet der sympathische Schotte, dass er sich in Röcken attraktiv findet und nicht neidisch auf Tom Hanks ist, dass er niemals "performt", sondern für sein Leben gern einfach nur spielt.

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Von Christina Gruber

Im Film "Illuminati" bist du ein Mann der Kirche - und Tom Hanks ist der Held mit dem schönen Mädchen. Warst du nicht ein bisschen neidisch?

Nein! Ich war doch schon oft der Held mit der schönen Frau - und jetzt war ich eben der Kerl in der Mönchskutte. Es war ein guter Part, eine sehr interessante Rolle - jemanden spielen, der so leidenschaftlich religiös ist. Ich bin das gar nicht. Dass jemand so extrem in seinen Ansichten sein kann, fand ich interessant.

Wie fandest du denn die Kostüme, die du in "Illuminati" tragen musstest - all diese Roben mit den langen Röcken?

Ach, das kannte ich schon, ich habe diese Talare schon in einem anderen Film getragen. Da spielte ich den Julian Sorel in "The Scarlet and the Black". Es war also nicht das erste Mal - und ich finde es sehr attraktiv!

Der Film dreht sich um den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion. Du hattest bereits gesagt, du bist nicht religiös. Glaubst du denn an Gott?

Ich denke, woran jemand glaubt, ist doch sehr privat...

In "Illuminati" geht es auch um Wunder, die von Wissenschaftlern geschaffen werden. Wenn du Gott - oder einen Wissenschaftler - um ein Wunder bitten könntest, wonach würdest du fragen?

Das ist mal eine schwierige Frage! Ein Wunder, wonach ich einen Wissenschaftler oder einen Gott fragen würde? Ich reise viel für Unicef durch Afrika; ich habe viele Kinder gesehen, denen es schlecht geht, die wegen Aids keine Eltern mehr haben, die hungrig sind - und ich würde darum bitten, dass diese Probleme gelöst werden. Überall auf der Welt.

Ob religiös oder nicht - in schwierigen oder gefährlichen Situationen beten Menschen meist. Wann betest du?

Ich bete nicht.

Auf deinen abenteuerlichen Motorrad-Trips mit Kollege Charley Boorman "Long Way Round" und "Long Way Down", (die als Doku-Serie veröffentlicht wurden) - wer hat denn da gebetet? Charley vielleicht oder dein Manager?

Ich weiß nicht, ob die gebetet haben. Wir hatten eine fantastische Zeit bei unseren Trips, unglaubliche Erfahrungen. Diese Reisen brachten uns zu einigen wirklich abgelegenen Gegenden dieser Welt - es war fantastisch. Aber es war nicht wirklich gefährlich. Gut, Motorradfahren kann gefährlich sein, aber es war nicht gefährlich, durch Afrika zu reisen. Man hat manchmal den Eindruck, die Leute sagen dann "Fahr hier nicht hin, fahr da nicht hin, fahr nicht nach Kenia oder Äthiopien". Aber wir sind glücklich und sicher durch alle diese Länder gereist. Keine Probleme, da gab es nichts Gefährliches.

"Long Way Round", "Long Way Down" - was kommt als nächstes?

Ich weiß es noch nicht. Im Moment arbeite ich an verschiedenen Filmen. "Long Way Round" hat zwei bis drei Monate Vorbereitung gebraucht, dann drei, vier Monate für die Reise. Und kurz danach, zwei Jahre später, starteten wir "Long Way Down", und auch das war viel Vorbereitung und eine lange Reise. Als ich das zu Ende gebracht hatte, hatte ich einfach das Gefühl, ich müsste jetzt wieder arbeiten gehen und ein paar Filme machen. Wir werden noch einen Trip machen, aber später, in ein paar Jahren.

"Long Way up"?

Ja, wahrscheinlich von Süd- nach Nordamerika.

In deinen Filmen warst du schon Junkie und Jedi-Ritter, Soldat und Priester - und so weiter. Ist da noch eine Rolle übrig, die du unbedingt einmal spielen möchtest?

Nicht unbedingt eine Rolle - da sind eher Typen von Menschen. Ich würde gerne sehen, ob ein Film funktioniert, wenn ich eine Figur spiele, die keine typische Filmstar-Rolle ist. Danach halte ich Ausschau.

Ich habe den Eindruck, dass nicht nur schauspielern, sondern tatsächlich spielen wichtig für dich ist. Wie alt ist das Kind in dir?

Das Kind in mir - ich weiß nicht. Aber das stimmt schon mit dem "Spielen", das ist mir wirklich wichtig. Das ist der einzige Weg, wie ich das alles machen kann. Und was ich am "spielen" mag: Es gibt keine Regeln, jeder ist anders, jeder Schauspieler ist anders. Ich begrüße und mag das. Ich kann das nur tun, indem ich die Szene spiele - ich "performe" nicht. Ich gehe nicht von Moment zu Moment, ich kann nur die ganze Szene spielen.

Nach den ersten zwei Filmen mit Daniel Craig als neuer Bond - hast du da deine Meinung darüber geändert, eines Tages doch selber mal den Bond zu spielen?

Nein. Es gab diese sehr lauten Gerüchte, von wegen, ich hätte die Bond-Rolle abgelehnt. Das stimmt gar nicht. Es wurde damals über viele Schauspieler für Bond nachgedacht, sie haben sich für Daniel Craig entschieden und er hat einen großartigen Job gemacht. Ich muss also hier nicht meine Meinung ändern, weil ich nicht in der Situation war, wo mir Bond angeboten worden wäre und ich es abgelehnt hätte. Das ist ein Mythos. Craig macht einen tollen Job und er ist sicher froh, wenn er noch eine Weile weitermachen kann (lacht).

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