Eva Padberg: Die gemeinsame Musik schweißt sie und ihren Mann zusammen

Eva Padberg: Die gemeinsame Musik schweißt sie und ihren Mann zusammen
Eva Padberg und ihr Mann Niklas Worgt eng umschlungen auf dem Album-Cover © Patrice Brylla, SpotOn

Neues Album "Harbour"

Als Model ist Eva Padberg (37) weltberühmt. Dass die hübsche Thüringerin bereits seit über zehn Jahren Musik macht, wissen wohl nur die wenigsten. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Produzenten Niklas Worgt (39) alias Dapayk, der aus derselben Kleinstadt kommt, bildet sie das Electronica-Duo Dapayk & Padberg. Am heutigen Freitag veröffentlichen die Wahl-Berliner ihr neues Album "Harbour". Erstmals steht dabei Evas Stimme mehr im Mittelpunkt, denn lange Zeit war ihr die eigene Stimme unangenehm, wie sie und ihr Mann im Interview mit spot on news erzählen. Außerdem verrät das seit 2006 verheiratete Paar, wie die gemeinsame Musik ihre Beziehung beeinflusst.

Eva, auf Ihrer Wikipedia-Seite werden Sie mittlerweile direkt als Sängerin bezeichnet. Fühlen Sie sich mehr als Sängerin denn als Model?

Eva Padberg: Weder noch. Ich mag es einfach in unterschiedlichen Bereichen kreativ zu sein. Das Ausbalancieren dieser Welten macht es eigentlich erst so interessant für mich.

Seit über zehn Jahren machen Sie nun schon Musik mit ihrem Mann Niklas. Sind Sie dabei immer einer Meinung? Wer setzt sich am Ende mit seiner Idee durch?

Padberg: Das ist sehr ausgewogen bei uns. Wenn wir an einem neuen Titel arbeiten und es ein Element gibt, das einem von uns beiden nicht gefällt, dann fliegt es raus. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung und es wird auch mal diskutiert, ist aber eher selten bei uns.

Niklas, wie ist die Idee damals entstanden, mit Ihrer Frau Musik zu machen?

Dapayk: Eva und ich kennen uns schon aus der Schulzeit. Auch damals habe ich bereits elektronische Musik produziert. Evas Englisch war sehr gut und so lag es nahe, dass sie hin und wieder für Aufnahmen herangezogen wurde. Anfangs war ihr das recht unangenehm, da sie ihre Stimme nicht mochte.

Waren Sie von den Gesangsqualitäten Ihrer Frau gleich überzeugt oder haben Sie sie noch zum Gesangsunterricht geschickt?

Dapayk: Zu Beginn haben wir nur kurze Vocalfetzen aufgenommen. Meist gesprochene Texte. Über die Zeit traute sich Eva immer mehr zu und die Stimme wurde zum zentralen Bestandteil unserer Musik. Das Ganze war ein sehr natürlicher Lernprozess, der bis heute anhält.

Wo kommt eigentlich Ihr Alias-Name Dapayk her und was bedeutet er?

Dapayk: Vor Dapayk verwendete ich viele verschiedene Pseudonyme, die meist nach einer gewissen Zeit veraltet oder albern waren. Ich suchte also irgendwann nach einem neutralen Eigennamen ohne tiefere Bedeutung. Eines Tages rief ein Veranstalter an, der mich gebucht hatte und fragte, was er denn nun auf den Flyer schreiben sollte. Er gab mir 20 Minuten, um einen Namen zu wählen. Ein anwesender Bekannter von mir nahm die Herausforderung an und schaute im Zimmer herum. Sein Vater war Bulgare und an der Wand saß eine Spinne, also sagte er: "Wie ist es mit Payk?" (Das heißt wohl Spinne auf Bulgarisch) - Das war mir zu kurz. "Wie wäre es mit Da Payk?" Ich fand das gut und zog nur die beiden Silben zu "Dapayk" zusammen. Leider verstand der Veranstalter am Telefon diesen Zug nicht und über eine ganze Weile wurde ich in der Werbung der kommenden Veranstaltungen immer recht hiphop-mäßig "Da Payk" geschrieben.

Eva, wie sind Sie eigentlich zum Gesang gekommen?

Padberg: Ich war mehrere Jahre im Schulchor und habe mit meiner Cousine öfter kleinere Gesangsnummern einstudiert. Nichts wirklich professionelles, eher zum Spaß. Die ersten Aufnahmen für Dapayk & Padberg haben mich noch sehr viel Überwindung gekostet und ich bin regelmäßig aus dem Studio geflüchtet, wenn Niklas in die Aufnahmen reingehört hat. Mit der Zeit habe ich mir immer mehr zugetraut. Auf unserem aktuellen Album stehen die Vocals jetzt zum ersten Mal mehr im Vordergrund.

Ist es als berühmtes Model schwer, auch als Sängerin ernst genommen zu werden?

Padberg: Sicherlich ist da erst mal eine gewisse Skepsis von außen. Egal ob als Schauspieler, Model oder Moderator - ich denke mit dieser Skepsis ist jeder erstmal konfrontiert, der sich aus einem Teil der Entertainment-Branche in einen anderen wagt. Mich hat das nie wirklich gestört, da wir uns musikalisch sowieso in einem Nischenbereich bewegen und ich auch nicht vorhatte - und habe, die Musik über meine Bekanntheit als Model zu puschen.

Sie sind gemeinsam viel in Clubs unterwegs. Hängen auf engstem Raum aufeinander. Geht man sich dann nicht irgendwann auch mal auf die Nerven?

Padberg: Für uns ist es die perfekte Symbiose. Durch die Musik können wir mehr Zeit miteinander verbringen und diese auch noch sinnvoll. Wir können zusammen reisen, an kreativen Ideen rumbasteln und Pläne schmieden. Etwas anderes käme für uns gar nicht mehr in Frage.

Können Sie Berufliches und Privates eigentlich noch trennen?

Padberg: Das Ganze ist eine organisch gewachsene Einheit. Wir reden beide über unsere Solo-Projekte genauso wie über unsere gemeinsamen Ideen und Aufgaben. Jeder steht dem Anderen mit Rat und Tat zur Seite. Es hilft auch, dass wir beide Jobs haben, die recht flexibel und kreativ sind. Wir lieben, was wir tun.

Auf dem Cover zu "Harbour" wirken Sie beide wie eine Einheit. Sehr harmonisch. Verliebt. Spiegelt das Ihre Beziehung wider?

Padberg: Ja, das kann man auf jeden Fall so sagen. Es war eines der ersten Bilder in einer ganzen Serie, die wir für das neue Album fotografiert haben und uns war in dem Moment, in dem es geschossen wurde klar, dass es das Cover wird.

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