Eva Mattes: "Ich bin eher wie Kommissarin Karla Blum"

Eva Mattes: "Ich bin eher wie Kommissarin Karla Blum"
Die Zukunft des Bauernhofes steht auf dem Spiel: Deshalb streitet Eva (Eva Mattes) viel mit ihrer Tochter Lena Lorenz © ZDF/Thomas K. Schumann

Eva Mattes (60, "'Wir können nicht alle wie Berta sein': Erinnerungen") verabschiedet sich 2016 vom "Tatort", doch der deutsche Schauspiel-Star bleibt den Fans erhalten. In der neuen Heimatfilmreihe "Lena Lorenz" (ab 9.4., 20.15 Uhr, ZDF) spielt sie künftig die Bergbäuerin Eva Lorenz und damit die Mutter der Titel gebenden Frauenärztin Lena Lorenz. Mit dieser Rolle zeigt Mattes eine neue Facette ihres Könnens, denn Eva ist "bayerisch und grantig". Wie sehr Mattes sich damit identifizieren kann, erklärt sie im Interview mit spot on news.

- Anzeige -

Premiere als Bergbäuerin

Erst jahrelang "Tatort" und jetzt die "neue Heimatfarbe" (Lena Lorenz). Wie gefällt Ihnen der Wechsel?

Eva Mattes: Spannend finde ich daran, dass meine Rolle vollkommen anders ist, als alles, was ich bisher gespielt habe. Zwei Folgen wurden letztes Jahr gedreht und werden jetzt im April ausgestrahlt. Dieses Jahr werden eventuell sogar vier gedreht...


"Lena Lorenz" ist also ebenfalls eine Reihe. Das ist dann quasi ein Umstieg von einer Reihe auf die andere?

Mattes: Nicht ganz, weil ich im "Tatort" ja die absolute Hauptrolle spiele. Bei "Lena Lorenz" spiele ich die Mutter, eine Nebenrolle. Das ist schon etwas anderes.


Was ist so "neu" an der "Heimatfarbe"?

Mattes: Die Filme kommen anders daher als Heimatfilme aus den 1950er/1960er Jahren. Sie haben ein anderes Tempo, eine andere Leichtigkeit und sind weder schmalzig noch so richtig gemütlich bayerisch.


Was verbindet Sie mit Eva Lorenz?

Mattes: Sie ist sehr grantig, bodenständig, direkt und bayerisch. So bin ich nicht. Da bin ich noch eher wie Kommissarin Karla Blum. Sie kommt aus der Weichheit, Eva Lorenz poltert gleich los.


Und wie bayerisch sind Sie?

Mattes: Ich bin am Tegernsee geboren und in München aufgewachsen. Trotzdem bin ich nicht so sehr bayerisch, auch weil meine Mutter Ungarin war. Als Kind habe ich kein Bayerisch gesprochen, gelernt habe ich das mit 16 bei einer Theaterrolle. Brauchen konnte ich es dann auch für meine Filmrollen wie in Rainer Werner Fassbinders "Wildwechsel" (1972). Und seit ein paar Jahren sind Bayern und Bayerisch ja auch richtig in.


Ihre Mutter war ebenfalls Schauspielerin. Was ist so toll an dem Beruf?

Mattes: Ich bin da hineingewachsen. Für mich war dieser Beruf immer verbunden mit Geborgenheit und einer Zugehörigkeit zu anderen, mit denen man zusammen etwas macht. Mit Erfolg und geliebt werden wollen hat es schon auch zu tun. Entschieden habe ich mich aber vor allem dafür, weil ich mich schon immer gern in verschiedenen Figuren ausgedrückt habe - also nicht mit Malerei, Fotografie oder Tanz.


Mit Ihrem Beruf setzt Sie sich aber auch den Kritikern aus. Die Klara-Blum-Tatorte kamen zuletzt nicht immer gut weg. Wie sehr nehmen Sie sich sowas zu Herzen?

Mattes: Eigentlich war das schon immer so: Die Süddeutsche Zeitung verreißt regelmäßig, dagegen mochte uns die Frankfurter Allgemeine immer ganz gern. Zu Herzen nehme ich mir diese Kritik gar nicht. Man kann es nicht allen recht machen. Zum Glück gibt es so viele "Tatort"-Teams und so unterschiedliche Fälle, dass für jeden etwas dabei ist. Von den Zuschauern bekomme ich genug positives Feedback und auch die Einschaltquoten sind immer hoch, also spielen die Kritiken wohl keine so große Rolle.


Welcher Ihrer "Tatorte" war der Beste?

Mattes: Der erste, "Schlaraffenland" (2002), hat mir ganz besonders gut gefallen. Die ersten fünf fand ich alle toll und dann später auch immer mal wieder den einen oder anderen. Manchen stehe ich allerdings auch kritisch gegenüber - ab und zu hatten die Kritiker schon Recht.


Können Sie schon was zum Finale verraten?

Mattes: Darüber weiß ich leider selbst noch gar nichts...

— ANZEIGE —