ESC-Skandal: Hat sich Aserbaidschan Stimmen erkauft?

Farid Mammadov sang beim ESC für Aserbaidschan.
Aserbaidschan belegte beim ESC den zweiten Platz - etwa durch gekaufte Stimmen? © dpa, Jörg Carstensen

Verschwörungs-Video im Netz aufgetaucht

Es wäre ein Skandal, wie es der Eurovision Song Contest noch nicht erlebt hat! Angeblich hat Aserbaidschan nicht von alleine so gut beim diesjährigen Wettbewerb abgeschnitten. Wie die Website ‚12points.tv‘ berichtet, ist ein Video aufgetaucht, das beweisen soll, wie Stimmen für Aserbaidschan gekauft wurden. Die Website hat sich auf Themen rund um den ESC spezialisiert.

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Eine litauische Journalistin hatte in einem Café in der Hauptstadt Vilnius unbemerkt eine Kamera mitlaufen lassen und das Gespräch mitgeschnitten. In dem Video, das von der litauischen Gratiszeitung ‚15min.lt‘ online gestellt worden war, erklärt ein gewisser Sergei, wie der Stimmenkauf funktioniert. Es werden Gruppen von je zehn Personen gebildet, die Handys und SIM-Karten bekommen und für ihre Stimmabgaben 200 Euro bekommen, die sie untereinander aufteilen.

Auf dem Video ist zu hören, dass noch in 15 weiteren Ländern derartige ‚Unterstützer-Teams‘ unterwegs seien. Die Frage von ‚12points.tv‘, woher dieses ‚Unterstützer-Teams‘ so viel Geld haben, konnte die Journalistin im Interview mit ‚12points.tv‘ nicht beantworten. Sergei habe lediglich gesagt: „Es ist alles nur Politik.“

Von der Sache Wind bekommen hatte die Journalistin über einen Informanten. Am 18. Mai, dem Tag des ESC, hatte ihr ein Student den Hinweis auf das konspirative Treffen gegeben. „Er erzählte, dass er mit Freunden in der Nacht zuvor von Männern angesprochen wurde, ob sie sich etwas dazu verdienen wollten“, erzählte die 28-Jährige.

Ob das Video wirklich echt ist, lässt sich nicht nachprüfen. Sollte dennoch etwas Wahres dran sein, wäre es ein absoluter Eklat. Inzwischen berichten auch schwedische, spanische und ukrainische Medien über den Fall. Und sogar Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich zu Wort gemeldet und Aserbaidschan „Stimmenraub“ vorgeworfen.

Bilderquelle: dpa

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