ESC 2016: Wer soll Deutschland in Stockholm vertreten?

ESC 2016: Wer soll Deutschland in Stockholm vertreten?
(Un-)mögliche ESC-Kandidaten: Helene Fischer, Kassierer-Sänger Wolfgang Wendland und Andreas Bourani (v.l.) © [M] ddp images/pitpony.photography/CC-BY-SA-3.0

Erst wollte der NDR im Alleingang Xavier Naidoo (44, "Bitte frag mich nicht") zum Eurovision Song Contest schicken, nach einem Shitstorm um dessen kontroverse politische Äußerungen ist der Soulsänger auch schon wieder aus dem Rennen. Da stellt sich natürlich die Frage: Wer soll nun Deutschland in Stockholm vertreten? Während der NDR noch nach einer Lösung sucht, hier ein paar mögliche Kandidaten:

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Nach Chaos um Xavier Naidoo

 

Helene Fischer

 

Bleibt der NDR bei seinem Plan, einen großen deutschen Star ins Rennen zu schicken, würde sich natürlich Schlager-Königin Helene Fischer (31, "Atemlos durch die Nacht") anbieten. Ob Schlager nun das Erfolgsrezept für den ESC ist, sei dahingestellt. Fischer könnte aber auf jeden Fall mit einer spektakulären Show für Aufsehen sorgen, einige Punkte aus den deutschsprachigen Nachbarländern sollten auch sicher sein. Gegen eine Teilnahme der Sängerin spricht vor allem, dass Fischer 2016 offenbar eher kürzertreten will. Mal von der grundsätzlichen Frage abgesehen, ob sie den ESC zur Eigen-Promotion überhaupt noch nötig hat.

 

Rammstein

 

Als eine der international erfolgreichsten deutschen Bands wären auch Rammstein ("Mutter") in Stockholm ein heißer Favorit. Zumal sie, ähnlich wie 2006 Lordi, auch die Rockfans Europas mobilisieren könnten, die sich sonst eher nicht für den ESC interessieren. Ähnlich wie Helene Fischer sind allerdings auch Rammstein kaum auf den Contest angewiesen, um ihre Karriere anzuschieben. Vielmehr müssten sich Till Lindemann (52) und Co. die Frage stellen, wie gut sich der ESC mit ihrem Düster-Image verträgt.

 

Andreas Bourani

 

Für einen wie Andreas Bourani (32, "Auf uns") wäre der ESC womöglich genau die richtige Chance: Der Sänger hat in Deutschland einiges erreicht, im Rest der Welt dafür noch einiges zu beweisen. Eine große Stimme hat er auf jeden Fall, mit seinem Soul-Pop-Sound würde er in eine ähnliche Kerbe wie Xavier Naidoo schlagen. Wie gut dieser Stil - vor allem mit deutschsprachigem Gesang - im Rest Europas zündet, ist schwer vorherzusagen. Das galt natürlich auch im Fall Naidoos.

 

Glasperlenspiel

 

Auch Glasperlenspiel starten gerade in Deutschland durch, ihre Song "Geiles Leben" hat es sich auf Platz zwei der Single-Charts bequem gemacht. Die nötige Bühnenerfahrung hätte das 2011 gegründete Electropop-Duo auch, wie sich ihr Sound im internationalen Wettbewerb schlägt, wäre mal wieder ziemlich offen. Dass sich der deutsche Musikgeschmack nur bedingt mit den Vorlieben der restlichen Europäer deckt, hat sich beim ESC ja schon öfters gezeigt.

 

Lena

 

Hier und da wird schon der Ruf laut: Lena Meyer-Landrut (24) soll es noch einmal richten. Schließlich hat sie 2010 mit "Satellite" Deutschland den zweiten ESC-Sieg überhaupt beschert und konnte damit tatsächlich eine erfolgreiche Karriere starten. Allerdings ging schon 2011 der Versuch daneben, den Titel zu verteidigen. Auch sonst haben Wiederholungstäter beim Contest meistens keine guten Karten.

 

Ann Sophie

 

"Ja gut. Dann fahr ich halt wieder", twitterte Ann Sophie (25, "Silver Into Gold") nach dem Aus für Xavier Naidoo. Es ist auf jeden Fall schön zu sehen, dass die Sängerin das Null-Punkte-Debakel dieses Jahres mit Humor nehmen kann. Eine Kandidatur nach dem Motto "schlechter kann es ja nicht werden" klingt trotzdem nicht nach einer guten Idee.

 

Die Kassierer

 

Der breite Ärger über die angekündigte Teilnahme Naidoos hat zur - bisher komplett inoffiziellen - Nominierung eines skurrilen Gegenkandidaten geführt: Über 30.000 Menschen würden einer Petition zufolge gerne die Deutschpunk-Helden Die Kassierer ("Männer, Bomben, Satelliten") in Stockholm sehen. Sänger Wolfgang "Wölfi" Wendland (53) hat auch schon als Kanzlerkandidat der APPD und als OB-Kandidat für Bochum bewiesen, dass ihm keine Herausforderung zu groß ist. Schräge Außenseiter sind beim ESC immer wieder für Überraschungserfolge gut, die Kassierer haben allerdings den Nachteil, dass ihre ins Absurde übersteigerte Proll-Punk-Lyrik außerhalb des deutschen Sprachraums kaum zünden dürfte. Außerdem müssten sie ihre wüste Bühnenshow für den Contest vermutlich drastisch entschärfen - und Wölfi seine Hose anbehalten. Ob die Kassierer mit diesem Eingriff in ihre künstlerische Freiheit zurechtkämen?

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