Erschreckend, aber wirklich passiert: 'Fair Game'

Erschreckend, aber wirklich passiert: 'Fair Game'

Mit Verfilmungen von wahren Geschichten ist das so eine Sache: Auf der einen Seite möchte man so detailgetreu wie möglich wissen, wie es wirklich war, andererseits ist die Fiktion oft spannender als die Wirklichkeit. So auch beim neuen Film von Doug Liman (‚Die Bourne Identität’, ,Mr. & Mrs. Smith’), obwohl er mit Sean Penn und Naomi Watts zwei fabelhafte Hauptdarsteller an Bord hat.

In seinem Thriller ‚Fair Game’ erzählt er die Geschichte der CIA-Undercover-Agentin Valerie Plame, die herausfand, dass Saddam Hussein gar keine Atomwaffen haben konnte - just während die Bush-Regierung den Krieg gegen den Irak und seine vermeintlichen Massenvernichtungswaffen vorbereitete. Naomi Watts spielt überzeugend und mit Understatement diese äußerlich unauffällige Frau, deren gesamtes Umfeld nichts davon ahnt, dass die Mutter von Zwillingen einem hochbrisanten Job in Krisengebieten nachgeht.

Nur ihr Gatte Joe (brillant wie immer: Sean Penn) ist eingeweiht und wird als Experte für Valeries Behörde tätig. Doch er kann mit dem Wissen nicht leben, dass die US-Regierung bewusst einen Krieg anzettelt, dessen Rechtfertigung komplett auf gefälschtem Beweismaterial basiert. Er macht seiner Wut Luft und veröffentlicht einen kritischen Zeitungsartikel. Der führt zu einer publizistischen Racheaktion, bei der einer von Valeries CIA-Kollegen ihre Identität öffentlich enttarnt. Ihr ganzes Umfeld wendet sich von Valerie ab, und sie macht ihren Mann dafür verantwortlich. Eine Zerreißprobe für ihre Ehe und eine Gefährdung für ihr Leben.

Diese Spannung zwischen menschlicher Integrität und beruflicher Loyalität, zwischen Verantwortung im politischen und privaten Bereich bietet in der Tat einen interessanten Stoff für einen Film. Doch hätte es der Geschichte gut getan, größeren Wert auf den dramaturgischen Aufbau zu legen als auf die Faktentreue. So erwartet der Kinozuschauer einen konsequenten Aufbau von Thrillerspannung bis zu einem Wendepunkt hin – und nicht eine plötzliche Auflösung der Problematik, auch wenn es sich alles tatsächlich so zugetragen hat. So lässt einen das Politdrama trotz hervorragender Darstellerleistungen und stimmungsvoller Kameraarbeit mit einem unbefriedigten Gefühl zurück.

Von Mireilla Zirpins

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