'Epic - Verborgenes Königreich': Kleine Welt ganz groß

Epic - Kinopreview
Kinopreview Epic

4 von 5 Punkten

Eine faszinierende Welt voller Schönheit und Anmut, eine Armee von winzigen Waldbewohnern und ein Teenager, der durch Zufall in diese Welt hineinstolpert und zwischen die Fronten eines lange im Verborgenen geführten Kampfes gerät: Das sind die Zutaten für das neue 3D-Abenteuer der 'Ice Age'-Macher. 'Epic – Verborgenes Königreich', das neue Werk der 'Blue Sky Studios', nimmt den Zuschauer mit auf eine abenteuerliche Reise - gespickt mit bildgewaltigem Nervenkitzel und einer rührenden Geschichte.

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Die Story: Die 17-jährige Mary-Katherine (gesprochen von Josefine Preuß, bekannt aus 'Türkisch für Anfänger') muss wider Willen zu ihrem zurückgezogen lebenden Vater Professor Bomba in ihr Elternhaus zurückkehren. Das entfremdete Vater-Tochter-Gespann versucht krampfhaft eine Beziehung zueinander aufzubauen, was sich allerdings als ziemlich schwierig erweist, da der Wissenschaftler sich viel lieber mit seiner Forschung über eine verborgene Miniatur-Welt im Wald zu beschäftigen scheint. Mary-Katherine, genannt MK, will von den haarsträubenden Geschichten ihres Vaters nichts wissen. Doch durch eine Verkettung von Umständen wird sie geschrumpft und ist plötzlich nicht nur selbst Teil dieser Welt, sondern muss diese auch noch vor der Vernichtung bewahren.

Als Zuschauer hat man anfangs das Gefühl, dass Regisseur Chris Wedge ('Ice Age') zwei völlig unabhängige Geschichten erzählen möchte. Die beiden Welten, die im Film eine Rolle spielen, werden strikt voneinander getrennt eingeführt: Zum einen das für den Menschen nicht sichtbare Reich der Leafmen, zum anderen die vermeintlich richtige Welt, in der MK und ihr Vater leben. Doch genau dies ist für ganz kleine Kinder am Anfang schwer zu verstehen und möglicherweise verwirrend. Die Altersfreigabe von sechs Jahren ist daher genau richtig.

Prominente Synchronsprecher

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Im Laufe der Handlung fügt Wedge diese beiden Geschichten perfekt zusammen: MK landet im Reich der kleinen Waldbewohner und muss ihnen dabei helfen, es zu retten - auch um ihren Weg zurück in die eigene Welt zu finden. Anfänglich nur davon angetrieben, nach Hause zurückzukehren, entwickelt MK im Laufe der Zeit eine große Bindung zum Wald, den Bewohnern und vor allem zu Nod (gesprochen von GZSZ-Frauenschwarm und DSDS-Moderator Raul Richter), einem Leafmen und Beschützer des Waldes. Dieser macht eine genauso starke Entwicklung durch: Vom sturköpfigen Anti-Helden zum tapferen Kämpfer, dem die Bedeutung der Gemeinschaft bewusst wird und der sich für diese bedingungslos einzusetzen bereit ist.

Die heimlichen Stars des Films sind jedoch die Schnecken Mub und Grub (Oliver Kalkofe, 'Der kleine Eisbär' und Oliver Welke, 'Der Wixxer'). Sie triezen sich nicht nur gegenseitig, sondern auch alle, die sich mit ihnen auf dieser abenteuerlichen Reise befinden - Lacher sind hier garantiert! Und auch der dreibeinige Mops von Professor Bomba hat trotz seiner kurzen Auftritte im Film das Potential, sich zum Zuschauer-Liebling zu mausern.

Die Boggans sind als Antagonisten zwar furchteinflößend, doch man hat nie das Gefühl, dass sie wahllos böse sind: So will Mandrake, das Oberhaupt der Boggans, seinen im Kampf mit den Leafmen gefallenen Sohn rächen. Er wird außerdem sowohl im deutschen als auch in der englischen Originalversion von Oscar-Preisträger Christoph Waltz gesprochen und wirkt wahrscheinlich auch daher geradezu charismatisch.

Fazit: 'Epic – Verborgenes Königreich' ist wie 'Avatar' - aber eben auch für Kinder. Ein Film, den man sich definitiv mit der ganzen Familie anschauen sollte. An den bis in die kleinste Nebenrolle absolut liebenswerten Charakteren werden nicht nur die Kids ihren Spaß haben. Die hochkarätige Riege an Synchronsprechern, die bezaubernden Bilder und die kurzweilige Geschichte um MKs sensations-gespickten Weg nach Hause, machen das Ganze zu einem tollen Erlebnis für Groß und Klein – besonders in der 3D-Version.

Von Alina Krein

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