Emmelie de Forest: Statt X Factor lieber zum ESC!

ESC-Siegerin 2013 Emmelie de Forest im Interview
Mit 18 Jahren zog die Dänen alleine nach Kopenhagen, um ihr Glück als Musikerin zu versuchen

"Ich bin barfuß sicherer als in knappen Kleidchen und High Heels"

Noch heute klingt ihr Song 'Only Teardrops', mit dem sie 2013 den 'Eurovision Song Contest' gewann, in aller Ohren. Danach avancierte Emmelie de Forest dank ihrer kräftigen Stimme und elfenhaften Erscheinung schnell zu Europas neuem Strahlemädchen und Aushängeschild für leichten Pop. Wir haben die hübsche 21-Jährige zum Interview getroffen und mit ihr nicht nur über den ESC gesprochen, sondern auch über ihren Barfuß-Spleen und ihre adlige Abstammung.

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Von Ann-Christin Gerhardt

Deine neue Single 'Rainmaker' ist zugleich auch die Hymne des diesjährigen ESC. Magst du mir etwas darüber erzählen?

Der Song entstand in Schweden und ich habe einfach nur einige Wörter aufgeschrieben, die mich inspiriert haben. Ich mochte dabei vor allem das Wort 'Rainmaker‘ und die Vorstellung eines ausgetrockneten Landes, dass die Menschen durch ihren Tanz und Gesang wieder erblühen lassen. Es ist somit ein sehr spiritueller Song. Es geht einfach darum, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Er passt perfekt zum diesjährigen ESC-Slogan 'Join Us‘.

Der Sieg beim ESC 2013 war dein Durchbruch in Europa. Setzt dich dieser Erfolg unter Druck?

Nein, eigentlich nicht. Der ESC-Gewinn hat mir natürlich dieses große Fenster zum Erfolg in Europa geöffnet, aber ich sehe das nicht als Druck, sondern als Möglichkeit. Ich wollte immer schon Musik machen, der ESC hat mir dazu verholfen.

Man sieht dich immer barfuß auf der Bühne. Was hat es damit auf sich?

Es ist eigentlich, wie wenn du zu einer Prüfung in die Schule gegangen bist. Die meisten kamen doch eher in bequemen Sachen, um sich wohler zu fühlen. Wenn ich auf der Bühne stehe, möchte ich mich gut und vor allem geerdet fühlen. Ich bin barfuß sicherer als in knappen Kleidchen und High Heels.

Gibt es denn etwas, was selbst deine größten Fans noch nicht von dir wissen?

Kaum einer weiß, dass ich „Nein“ zu ‘X Factor’ gesagt habe, da ich lieber meine Chance beim ESC nutzen wollte. Ich bin überhaupt kein Fan von Castingshows, obwohl ich es sehr witzig finde, sie mir anzuschauen. Aber mir tun die Kandidaten meistens nur Leid.

"Meine Familie sieht aus wie Prinz Charles"

ESC-Siegerin 2013 Emmelie de Forest im Interview
Barfuß zu performen gibt Emmelie de Forest Sicherheit © dpa, Jörg Carstensen

Mit gerade einmal 18 Jahren bist du alleine nach Kopenhagen gezogen, um Musik zu studieren. ganz schön mutig.

Das war schon eine harte Zeit. Ich stamme aus einem kleineren Dorf und wollte unbedingt Musik machen. Ich hatte in Kopenhagen viel mehr Möglichkeiten, also musste ich von meiner Familie und meinen Freunden wegziehen. Ich arbeitete dann dort in einer Bar und habe dadurch viele Kontakte knüpfen können. So kam schließlich eins zum anderen.

Ist 'Emmelie de Forest' eigentlich ein Künstlername?

Das fragen mich so viele Menschen (lacht). Aber 'de Forest' ist wirklich mein richtiger Name. Er stammt von meinem mittlerweile verstorbenen Vater. Da aber so gut wie niemand diesen Nachnamen trägt, ist es zeitgleich wohl auch ein guter Künstlername.

Ich hörte, du seist eine Ur-Enkelin von Queen Victoria. Magst du mir die Geschichte erzählen?

Das ist eine wahre Geschichte, aber ich habe kaum darüber gesprochen, weil es ja schon irgendwie eine lustige Sache ist. Mein Großvater ist der uneheliche Sohn von Edvard dem VII., der wiederum der Sohn von Queen Victoria war. Wir haben aber nie einen DNA-Test gemacht, weil das nicht mehr ging. Und auch wenn viele an der Geschichte zweifeln, wissen meine Familie und ich, dass sie wahr ist. Außerdem sieht man es. Vor allem bei meinem Vater und meiner Schwester. Sie sehen aus wie Prinz Charles. Sie haben genau das gleiche Gesicht. Zum Glück sehe ich nicht aus wie er (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!

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