Emeli Sandé legt mit 'Long Live The Angels' eindrucksvolles Comeback hin

Emeli Sandé
Emeli Sandé bei ihrem Auftritt in Berlin. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert © deutsche presse agentur
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Vor vier Jahren feierte die britische Presse Emeli Sandé als neue Pop-Sensation. Nach drei Brit-Awards und nur einem Album wurde es der schottischen Sängerin aber bald zu viel. Sie zog sich zurück, wollte zu sich selbst finden.

Nach ihrer dreijährigen Auszeit ist die 29-Jährige jetzt zurück und legt mit dem Album "Long Live The Angels" ein eindrucksvolles Comeback hin.

Der Nachfolger von "Our Version of Events" (mit Hits wie "Next to Me" oder "Read All About It (Pt. III)") hat das Potenzial, Sandé wieder in den Pop-Olymp zu befördern. Die 18 Songs bestechen durch kraftvolle Balladen ("Happen"), tanzbare Gute-Laune-Nummern ("Babe") und die außergewöhnliche Stimme der wasserstoffblondierten Schottin.

Die Songwriterin, die schon Hits für Leona Lewis, Alicia Keys und Rihanna geschrieben hat, scheint das richtige Händchen für Hits nicht verloren zu haben. "Long Live The Angels" kommt sogar variantenreicher und emotionaler daher als der gefeierte Vorgänger.

"Das Album ist sehr ehrlich, mit wahren Geschichten. Ich hoffe einfach, dass die Leute sich darin wiederfinden können", sagt Sandé im dpa-Interview. Sie selbst durchlebte nach ihrem plötzlichen Ruhm auch privat eine schwere Zeit. 2013 trennte sich die ehemalige Medizin-Studentin nach nur einem Jahr Ehe von ihrer Jugendliebe und machte dafür vor allem ihre Karriere verantwortlich.

"Wir waren in dieser verrückten Phase verheiratet, in diesem Sturm. Ich war die ganze Zeit auf Tour, und ich denke, dass es sehr ungerecht von mir war, dass ich wollte, dass seine Welt in meine passte", sagte Sandé damals der britischen "Times". Auch die bittere Trennung verarbeitet sie in ihrem neuen Album.

"Es tut mir nicht weh, darüber zu schreiben. Die Erlebnisse, auf denen die Songs beruhen, tun vielleicht weh. Aber für mich ist es eine gute Sache, aus diesen Emotionen heraus Lieder zu kreieren", erklärt die 29-Jährige. Vor allem bei der Ballade "Sweet Architect" zeigt sich Sandé von ihrer verletzlichen Seite, unterlegt mit melodramatischer Begleitung eines Gospelchors.

"Long Live The Angels" ist ein Album der großen Gefühle, kommt aber nicht kitschig daher. Man merkt der Schottin an, dass sie in ihrer Selbstfindungsphase - nach umjubelten Auftritten bei den Olympischen Sommerspielen in London und im Weißen Haus in Washington - viel Energie und Selbstvertrauen getankt hat.

"Ich finde mittlerweile das richtige Tempo, Dinge anzugehen. Ich will zwar dieses Album promoten und die Menschen wissen lassen, dass es erscheint." Aber man müsse realistisch sein und die Energie dafür haben. "Darum wähle ich stärker aus, was ich tue und was nicht."

Für ihre ersten Gigs nach der Pause wählte Sandé bewusst kleine Clubs, um ihren treuen Fans Teile des neuen Albums zu präsentieren. Bei ihrem einzigen Deutschland-Konzert in Berlin riss die 29-Jährige Mitte Oktober die Besucher von Beginn an mit und erntete großen Jubel für ihr Comeback.

Im nächsten Jahr soll es aber eine Nummer größer werden. Dann will Sandé auf große Tour gehen. Vielleicht ist sie dann ja schon wieder ganz oben im Pop-Olymp.


Quelle: DPA
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