Elyas M'Barek: "Hauptschule war mir fast peinlich"

Elyas M'Barek: "Hauptschule war mir fast peinlich"
Auch Lehrkörper brauchenmal 'ne Pause: Zeki Müller (Elyas M'Barek) auf Klassenfahrt © 2015 Constantin Film Verleih GmbH / Christoph Assmann

Ab 10. September ist Elyas M'Barek (33) wieder als Lehrer Zeki Müller in der Fortsetzung der Erfolgskomödie "Fack ju Göhte" im Kino zu sehen. Ähnlich wie im Film stand der Schauspieler auch im wahren Leben mit der Schule auf Kriegsfuß. Denn der beste Schüler war M'Barek bei Weitem nicht. Beinahe hätte er sogar keinen anerkannten Schulabschluss gemacht, "weil meine Pflichtschulzeit vorbei war", erklärt der Filmstar im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

- Anzeige -

Beinahe kein Schulabschluss

M'Bareks Schulkarriere verlief nämlich steil - allerdings von oben nach unten. Er wurde vom Gymnasium geworfen, floh vom katholischen Internat. In der Realschule blieb er sitzen und auf der Hauptschule sollte er zunächst keinen Platz bekommen. "Aber meine Mutter hat die Direktorin einer Hauptschule bekniet, dass sie mir eine letzte Chance gibt. Daraufhin habe ich mich zusammengerissen. Es war mir fast peinlich, mich auf der Hauptschule wiederzufinden." Was genau ihm daran unangenehm war, erklärt er so: "Als Gymnasiast war man an der Spitze. Hauptschüler sind ganz unten. Das war ein Moment, wo ich aufgewacht bin und dachte: Gas geben. Sonst wird es übel."

Immerhin hat er aus dieser Erfahrung auch etwas Positives ziehen können. Es habe ihm "gutgetan zu sehen, dass man sich wieder hocharbeiten kann". Außerdem habe er gelernt, "dass man sich nicht aufgeben darf". Am Ende hat M'Barek doch noch sein Abitur gemacht, auch wenn ihn nach seinem Zeugnis nie mehr jemand gefragt habe. Trotz dieser turbulenten Schulzeit ist der gebürtige Münchner durch die Komödie "Fack ju Göhte" 2013 zum absoluten Superstar in Deutschland geworden.

 

"Ich darf ein einzigartiges Leben führen"

 

Damals dachte er noch, er könne sein Leben trotzdem so weiterleben wie bisher. Mittlerweile muss er sich jedoch eingestehen: So ohne weiteres ist das nicht mehr möglich. "U-Bahn-Fahren geht nicht mehr. Öffentlich rumknutschen geht nicht mehr, ohne dass es jeder mitbekommt." Eine Sache ist ihm wenigstens geblieben, wie er im Gespräch mit der "FAZ" humorvoll sagt: "Biertrinken. Das kann ich noch."

Die Anonymität von einst vermisse er total. "Diese Öffentlichkeit, dass man eben nicht mehr ungestört irgendwo hingehen oder allein rumsitzen kann, ist ein Preis, den ich zahle." Auf der anderen Seite habe er dafür "so immens viel an Privilegien, Erfahrungen, Möglichkeiten" bekommen, dass es das alles wert sei. Allerdings könne er jetzt noch nicht abschätzen, wie er das in zwei Jahren sehen wird. "Aber momentan ist es ein gutes Geschäft. Ich darf dafür ein einzigartiges Leben führen."

spot on news

— ANZEIGE —