"El Chapo"-Festnahme: Sean Penn sieht sich als Sündenbock

"El Chapo"-Festnahme: Sean Penn sieht sich als Sündenbock
Sean Penn ist beim Rückblick auf sein Interview mit Drogenboss "El Chapo" nicht mehr ganz wohl © Featureflash/Shutterstock.com

Waghalsig, mutig, oder schlicht dumm? Noch scheint unklar, wie Sean Penns Interview mit dem mexikanischen Drogenboss Joaqin "El Chapo" Guzmán zu bewerten ist. Auch Penn (55, "Milk") scheint rückblickend einiges zu bereuen - und nach der Festnahme "El Chapos" am 8. Januar vielleicht sogar die Rache des Kartells zu fürchten. Er sieht sich als "Sündenbock". Und seine Interview-Veröffentlichung als Fehlschlag, wie er am Freitag US-Talker Charlie Rose erzählt hat.

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Artikel ist ein "Fehlschlag"

So bemüht sich Penn auch, seine Bedeutung für die Inhaftierung Guzmáns zu relativieren. "Es geht die Legende, dass der Besuch den wir, meine Kollegen und ich, El Chapo abgestattet haben, 'essentiell' für seine Festnahme gewesen sei, wie der mexikanische Generalstaatsanwalt zitiert wird", sagt Penn. Das sei aber nicht der Fall: "Wir haben ihn viele Wochen vorher getroffen, am zweiten Oktober, an einem Ort, der nicht mal annähernd in der Gegend des Festnahmeplatzes liegt."

 

"Mein Artikel war ein Fehlschlag"

 

Penn sieht sich als Opfer einer Überreaktion der mexikanischen Regierung. Die Politik habe ihn mit ihren Äußerungen zur Zielscheibe des Kartells gemacht. "Sie fühlten sich eindeutig von der Vorstellung gedemütigt, dass ihn jemand gefunden hat, bevor es ihnen gelungen ist", sagt der Hollywood-Star und versucht gleichzeitig zu beschwichtigen. "Aber das haben wir nicht. Wir sind nicht smarter als die Drogenbekämpfungsbehörde. Wir hatten einen Kontakt, mit dessen Hilfe wir eine Einladung bekommen konnten."

Penn verteidigte aber auch seinen Plan für ein Interview mit "El Chapo". Er habe lediglich versucht, die öffentliche Haltung zum US-amerikanischen "Krieg gegen Drogen" zu ändern. Gelungen sei das aber nicht: "Die ganze Diskussion über diesen Artikel ignoriert seinen eigentlich Zweck". Über die Drogenprobleme in Amerika spreche niemand. "Mein Artikel war ein Fehlschlag", konstatiert der ernüchterte Penn.

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