Hollywood Blog by Jessica Mazur

Einmal durch die Waschanlage, bitte!

Einmal durch die Waschanlage, bitte!
Einmal durch die Waschanlage, bitte!

von Jessica Mazur

Die Celebrities in Hollywood haben in der Regel alle eins gemeinsam: sie sind schön. Sie haben schöne Haare, schöne Zähne, perfekte Figuren und tragen selbst beim Einkaufen im Supermarkt noch teure Designerfummel. Dass das so ist, ist natürlich kein Zufall, denn in der Regel passiert immer das gleiche, wenn junge Stars nach Hollywood kommen und nicht, wie in 99 Prozent aller Fälle als Kellner in einem Restaurant enden, sondern tatsächlich den Durchbruch schaffen: sie müssen sich einem Make Over unterziehen. Dünnes Haar wird mit Extensions oder Weaves aufgefüllt, die Gesichtshaut wird dank eines chemischen Peelings glatt und makellos gemacht, Privattrainer, Diäten und/oder chirurgische Eingriffe sorgen dafür, dass kein Gramm Fett zuviel am Körper bleibt und die Zähne, die so genannte Visitenkarte des Menschen, werden in Reih und Glied gebracht und natürlich strahlend weiß gezaubert. Dieses Prozedere, dem sich besonders stark amerikanische Serien- und Fernsehstars aussetzen müssen, ist hier sogar so geläufig, dass das Ganze in Insiderkreisen nur noch salopp 'Hollywood Car Wash' genannt wird.

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Jüngstes Beispiel für diesen 'Car Wash': 90210-Darstellerinnen Shenae Grimes und AnnaLynne McCord. Sahen die Mädels auf Fotos aus früheren Zeiten noch einigermaßen natürlich aus, so schauen sie, seitdem sie die Hauptrollen in dem 90er Jahre Remake ergattert haben, aus wie zwei kleine Barbie-Püpchen. Wallende Haarmähnen, eine Menge Make Up und die Körper so dünn und zerbrechlich, dass man Angst haben muss, sie werden mit der ersten Windböe weggeweht. Und natürlich ganz wichtig: ihre Zähne sind jetzt so gerade und vor allem leuchtend weiß, dass sichergestellt ist, dass die beiden bei Stromausfall auch garantiert ohne Taschenlampe auskommen würden.

Doch mit Letzterem soll ab sofort Schluss sein, zumindest wenn es nach Dr. Pascal Magne geht, einem Zahnarzt und Professor an der USC (University of Sothern California). Der sagt nämlich, zum Teufel mit dem Perfektionismus, Zähne dürfen nicht makellos sein. Eine Aussage, die in Hollywood sicher schon für viele an Blasphemie grenzt, aber der Mann ist sich sicher: das typische 'Hollywood Smile' war gestern, heute ist 'biomimetic restorative' Zahnmedizin angesagt. Das ist ein wissenschaftliches Verfahren, bei dem von jedem einzelnen Patienten die Größe und Form der echten Zähne, die Gesichtstruktur, sowie die Hautfarbe analysiert wird, um daraus die Zahnform und Zahnfarbe zu entwickeln, die am besten zum Patienten passt. Hier stehen also nicht länger Symmetrie und Einheitlichkeit der Beißerchen im Vordergrund, sondern deren möglichst natürliche Wirkung. Die Hollywoodianer stehen angeblich schon Schlange und das, obwohl die neue Technik noch aufwendiger und vor allem teurer ist, als die bisherige weiße Einheitsfront.

Moment mal, verstehe ich das richtig? Jetzt stehen die Hollywoodianer an, um ihre perfekten weißen und geraden Zähne durch die neue Technik wieder etwas unperfekter zu machen, um hinterher ein noch perfekteres Gesamtbild zu haben...?

Ob dieser neue 'Zurück zu Natur'-Trend sich auch auf andere Aspekte des 'Hollywood Car Washs' überträgt, bleibt abzuwarten, aber schlecht wäre es sicherlich nicht. Denn das würde bedeuten, dass 18-/19-jährige Mädchen, wie Shanea oder AnnaLynne nicht länger 15-/16-jährige Teenager spielen müssten, während sie dabei aussehen, als wären sie Ende 20. Statt 'Hollywood Car Wash' gäbe es dann den Schonwaschgang. Klingt gut, aber dran glauben tu ich nicht...;-) Viele Grüße aus Lalaland.

Einmal durch die Waschanlage, bitte!
© Bild: Jessica Mazur