Eine Folk-Wohlfühloase: Mutual Benefit

Mutual Benefit
Jordan Lees verträumter Blick passt zur Musik. Foto: Transgressive/Pias/Cooperative © DPA

Es bleibt dabei: Mutual Benefit, das Projekt um den US-Singer-Songwriter Jordan Lee, ist etwas für Menschen, die ihren Folk gern kalorienreich, besser noch: zuckrig, mögen.

- Anzeige -

Auch das neue Album "Skip A Sinking Stone" (Transgressive/Pias/Cooperative) ist in seiner lethargischen Harmonieseligkeit schon fast wieder provozierend. Aber eben auch sehr beruhigend, warmherzig, freundlich - ideale Musik für gestresste Gemüter, die beim Abwasch genauso gut genossen werden kann wie unter dem Köpfhörer. Denn es ist ja durchaus kunstvoll und ambitioniert (und im Vergleich zum nur gut 30-minütigen Vorgänger "Love's Crushing Diamond" von Anfang 2014 ein großer Fortschritt), was Jordan Lee hier präsentiert.

Sensible Songs wie "Lost Dreamers" oder "Getting Gone" sind dem etwas seifigen Softpop eines Christopher Cross ähnlich nah wie dem virtuosen Westcoast-Sound von Jackson Browne oder Crosby Stills & Nash (ohne Young, der ja meist härtere Saiten aufzieht). Da wird ätherisch gehaucht und seelenvoll geseufzt (Lee ist ein begnadeter Falsett-Schmeichler), die Trommeln werden mehr gestreichelt als geschlagen, Streicher, Bläser und Keyboards polstern ein üppiges Klangbett aus, akustische Gitarren machen diese Wohlfühloase von Album perfekt.

Wer nach weiteren Vergleichen sucht (es gäbe sie haufenweise, denn wirklich originell ist diese Platte nicht, soll sie wohl auch nicht sein): die wohl seit kurzem wiederbelebten Fleet Foxes, Iron & Wine, José Gonzalez, Midlake, Musée Mécanique. Von all diesen soften Indiefolk-Acts dürfte Mutual Benefit freilich der softeste sein. Muss man halt mögen. Ein schönes Album aber allemal.


dpa
— ANZEIGE —