Eine Art Indie-Folkpop-Musical: Arc Iris

Arc Iris
Der Mond ist aufgegangen... Foto: Bella Union/[PIAS] Cooperative © DPA

Ein bisschen schräg klingt es ja schon, was Arc Iris mit Frontfrau Jocie Adams zum Vortrage bringen. Aber würde man einem Sufjan Stevens, einer Kate Bush, Björk, St. Vincent oder Joanna Newsom ihre schräge Version von Pop vorwerfen?

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Genau das ist auf "Moon Saloon" (Bella Union/Pias/Cooperative) nämlich zu hören - eine überbordend fantasievolle, auf eingefahrene Hörgewohnheiten wenig Rücksicht nehmende, exzentrische Art von Popmusik. Adams spielt alles von Gitarren über Klavier bis zur Klarinette, und sie singt mit heller Stimme mal lässig-charmant, mal kraftvoll-soulig ("Lilly"), dann so spleenig-piepsig wie Minnie Mouse ("Johnny").

Eine Reihe versierter Mitstreiter polstert den Sound im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten ("Paint With The Sun", "Pretending") bis zur Opulenz eines Musicals von Leonard Bernstein aus. Auch Doo-Wop, New-Orleans-Jazz, Beatles-Elemente und zarte, bläserverzierte Balladen wie "She Arose" finden in diesem wundersamen Klangkosmos ihren Platz.

Adams war zunächst bei der US-Folkrockband The Low Anthem unterwegs (die jetzt ohne sie mit "Eyeland" selbst ein grenzüberschreitendes, teils irritierend unkonventionelles neues Album vorgelegt hat). Mit "Moon Saloon", der zweiten Arc-Iris-Platte nach dem selbstbetitelten Debüt von 2014, hat sie ein faszinierendes, ganz selten nerviges Zuckerbäckerwerk des unangepassten Indie-Pops geschaffen. Chapeau!


dpa
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