Eierstöcke entfernt: Das verändert sich bei Jolie

Eierstöcke entfernt: Das verändert sich bei Jolie
Angelina Jolie und Brad Pitt: Er ist immer an ihrer Seite © Jordan Strauss/Invision/AP

Vor zwei Jahren ging Angelina Jolie (39) mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass sie sich vorsorglich ihre Brüste hat abnehmen lassen. Durch einen zweiten Eingriff wurden nun auch ihre Eierstöcke entfernt. Ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken lag durch eine Genmutation bei 87 Prozent, das für Eierstockkrebs bei 50 Prozent. Auch den zweiten Eingriff hat sie selbst publik gemacht. Darum ist es ihr so wichtig, darüber zu sprechen...

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Aus Angst vor Krebs

 

Warum geht sie an die Öffentlichkeit?

 

"Ich wollte andere Frauen über ihre Optionen aufklären", schreibt Jolie in der "New York Times" über die Entscheidung, vor zwei Jahren mit der Geschichte über ihre Brustamputation an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie habe versprochen, weitere Informationen zu liefern, die nützlich sein könnten, auch die über neue vorsorgliche Operationen wie die Entfernung ihrer Eierstöcke und Eileiter. Das hat sie mit ihrem neuen Beitrag nun getan.

Im Mai 2013 hatte sie ebenfalls den Weg über einen Gastbeitrag in der Zeitung gewählt. Darin erklärte sie: "Ich schreibe jetzt darüber, weil ich hoffe, dass andere Frauen von meiner Erfahrung profitieren können." Krebs sei immer noch ein Wort, das Angst auslöse und ein tiefes Ohnmachtsgefühl hervorrufe. Heutzutage sei es aber möglich, über einen Bluttest herauszufinden, ob einem Brust- und Eierstockkrebs droht und dann könne man reagieren. Sie wolle anderen Frauen sagen, dass die Entscheidung, sich die Brüste entfernen zu lassen, nicht einfach gewesen sei. Aber sie sei sehr froh, dass sie diese getroffen habe. Sie wolle alle Frauen ermutigen, vor allem die, bei denen es Brust- und Eierstockkrebs in der Familie gibt, sich Informationen und Experten zu suchen, die helfen können. Sie habe sich dafür entschieden, ihre Geschichte öffentlich zu machen, weil es viele Frauen gibt, die nicht wissen, dass sie durch Krebs bedroht sind. "Es ist meine Hoffnung, dass auch sie die Möglichkeit bekommen, sich testen zu lassen."

 

"Warum hat sich Jolie testen lassen?"

 

Jolies Mutter hat "fast ein Jahrzehnt lang" gegen Krebs gekämpft und ist mit 56 Jahren gestorben. Ihre Kinder hätten gefragt, ob ihr das auch passieren könne, schrieb sie 2013: "Ich habe ihnen immer gesagt, dass sie sich keine Sorgen machen sollen, aber die Wahrheit ist, ich trage das 'defekte' Gen BRCA1 in mir, dass mein Risiko, Brust- und Eierstockkrebs zu entwickeln, stark erhöht." Auch jetzt geht sie darauf ein, wie viel Leid die Krankheit über ihre Familie gebracht hat: "Ich habe meine Mutter, Großmutter und Tante an Krebs verloren."

 

Was bedeutet das für die Kinder und Brad Pitt?

 

Jolies Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist ihren Angaben nach von 87 auf 5 Prozent zurückgegangen: "Ich kann meinen Kindern erzählen, dass sie keine Angst haben müssen, dass sie mich wegen Brust-Krebs verlieren." Es sei beruhigend, dass sie nichts sehen, dass ihnen ein schlechtes Gefühl gebe. "Sie können kleine Narben sehen und das ist alles." Ansonsten sei ihre Mutter wie immer. "Und sie wissen, dass ich sie liebe und das ich alles tun werde, um so lange bei ihnen zu sein wie möglich." Vor der erneuten OP habe sie sich selbst gesagt, dass es keinen Grund gebe, zu denken, sie würde nicht lange genug leben, um ihre Kinder aufwachsen zu sehen und dass sie ihre Enkelkinder nicht kennenlernen dürfe. "Ich weiß, meine Kinder werden niemals sagen müssen 'Mama ist an Eierstock-Krebs gestorben'."

Auch Brad Pitt stand ihr immer zur Seite: Sie sei glücklich, einen Partner zu haben, der sie liebe und unterstütze. Er war während der Zeit der Brust-OP "jede Minute" bei ihr: "Wir haben es geschafft, Momente zu finden, in denen wir zusammen gelacht haben. Wir wussten, dass das das Richtige für unsere Familie war und das uns das enger zueinander bringen würde. Und so war es." Auch jetzt ist Pitt wieder zu ihr geeilt, als der zweite Eingriff bevorstand: Sie habe ihn in Frankreich angerufen und er sei sofort nach Hause geflogen: "Das Schöne an solchen Momenten im Leben ist, dass man so viel Klarheit hat. Du weißt, für was du lebst und was zählt."

 

Wie verändert sie sich durch die zweite OP?

 

Die Mastektomie habe ihre Weiblichkeit in keinster Weise beeinträchtigt, erklärte Jolie vor zwei Jahren. Und auch nachdem sie sich die Eierstöcke hat entfernen lassen, fühle sie sich wie eine Frau - gestärkt durch die Entscheidungen, die sie für sich und ihre Familie getroffen habe. Körperliche Auswirkungen hat der Eingriff dennoch: Über ein Pflaster bekomme sie Östrogen, in ihrer Gebärmutter hat sie zudem eine Spirale, die helfen soll, das hormonelle Gleichgewicht zu halten und auch dort Krebs vorzubeugen. Es sei nicht möglich, alle Risiken zu beseitigen, sie bleibe gefährdet, schreibt sie. Sie wolle nach natürlichen Wegen suchen, um ihr Immunsystem zu stärken. Unabhängig von den Hormon-Behandlungen sei sie jetzt in der Menopause. "Ich werde keine Kinder mehr bekommen können und erwarte einige körperliche Veränderungen." Dem blicke sie aber gelassen entgegen, "nicht weil ich stark bin, sondern weil das ein Teil meines Lebens ist". Es sei nichts, vor dem sie Angst habe.

 

Gibt es berufliche Auswirkungen?

 

Der zweite Eingriff war laut Jolie weniger komplex als der erste, die Auswirkungen seien aber härter. Wird das auch die berufliche Zukunft der Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin beeinträchtigen? Jolie ist erst 39 - und auch nach ihrer Brust-OP hat sie sich nicht aus der Öffentlichkeit verabschiedet. Ganz im Gegenteil: Mit "Maleficent" feierte sie im vergangenem Jahr vor der Kamera große Erfolge, als Regisseurin verwirklichte sie ihren viel beachteten Film "Unbroken". Kaum anzunehmen also, dass sie ihren Job an den Nagel hängt.

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