Edge of Tomorrow: Tom Cruise stirbt immer und immer wieder

In 'Edge Of Tomorrow' muss Tom Cruise dran glauben
Tom Cruise alias Major Bill Cage will Aliens den Garaus machen © Courtesy of Warner Bros. Enterta

3.5 von 5 Punkten

Man nehme einen auf Action-Filme abonnierten Tom Cruise, füge eine Mischung aus 'Alien‘ und 'Und täglich grüßt das Murmeltier‘ hinzu und würze das Ganze mit einer Prise Humor – fertig ist ein gut inszenierter Sommer-Blockbuster! Dieses Rezept geht bei 'Edge Of Tomorrow‘ vollends auf. Und auch wenn das Endzeit-Szenario keine Explosion an neuen Geschmacks-Komponenten ist, so wartet es doch mit der einen oder anderen Überraschung auf, so dass Fans von actionreichem Popcorn-Kino voll auf ihre Kosten kommen.

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Von Ann-Christin Gebhardt

Und das sollten die Kino-Zuschauer auch, schließlich hat 'Edge of Tomorrow‘ schätzungsweise mehr als 175 Millionen US-Dollar verschlungen. Gelohnt hat sich diese Investition aber allemal, denn zumindest an grafischer Finesse ist dieser Film derzeit kaum zu übertreffen. Die spinnenartigen Aliens, die Tom Cruise alias Major Bill Cage das Leben schwer machen, sind perfekt ausgearbeitet, und auch die mechanischen Kampfanzüge der Soldaten beeindrucken mit viel Liebe zum Detail und sind somit wie gemacht für imposante Actionszenen.

Genau wie auch Hauptdarsteller Tom Cruise. Rund zehn Jahre nach 'Krieg der Welten‘ und 'Oblivion‘ im letzten Jahr, geht der Kampf gegen die Invasion der Außerirdischen für den 51-jährigen Superstar 2014 weiter. In 'Edge of Tommorow‘ verkörpert er Major Bill Cage, der nach einem Streit mit seinem General degradiert wird und sich plötzlich auf dem Schlachtfeld in Großbritannien wiederfindet, um den Feinden den Garaus zu machen. Als PR-Berater der US-Army weiß Cage allerdings nur mit seinen Worten umzugehen. Es kommt, wie es kommen muss: Cage stirbt! Nur um dann wieder einen Tag zuvor im Basislager aufzuwachen und das Ganze von vorne zu erleben. In bester ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘-Manier befindet sich Cage fortan in einer Zeitschleife. Stirbt, wacht wieder auf, stirbt, … Durch die zunehmende Kenntnis der Umstände und die Hilfe von Kriegsheldin Rita Vrataski (Emily Blunt, 'Looper‘) gelingt es Cage aber von Mal zu Mal der Rettung der Erde ein Stückchen näher zu kommen.

Tom Cruise kann auch lustig

In 'Edge Of Tomorrow' muss Tom Cruise dran glauben
Tom Cruise und Emily Blunt kämpfen für die Rettung der Erde © David James

'Live. Die. Repeat.‘ – so lautet der Slogan des Films, der auf dem japanischen Sci-Fi-Roman 'All You Need Is Kill‘ basiert. Und genau da liegt auch der Witz in der Geschichte. Als unfreiwilliger Soldat stellt Tom Cruise vier Jahre nach der Action-Komödie 'Knight and Day', der an der Kinokasse aber ziemlich floppte, endlich auch mal wieder sein komödiantisches Talent unter Beweis und sorgt für einige amüsante Szenen in dem actionreichen Blockbuster. Bevor das Ganze aber ins Lächerliche abdriftet und zu einer Alien-Komödie verkommt, läutet Regisseur Doug Liman ('Die Bourne Identität‘) rechtzeitig eine Wendung in der Handlung ein. Stets auf den Punkt und ohne viel Schnörkel bleibt 'Edge of Tomorrow‘ so auch bei knapp zwei Stunden Laufzeit und etlichen Wiederholungen einer Szene kurzweilig und spannend. Tom Cruise, der als Garant für gute Action-Filme natürlich auch hier wieder einen fantastischen Job macht, lässt allerdings nicht viel Raum für seine Kollegin Emily Blunt. Auch wenn ihr die Rolle der taffen Kriegsheldin durchaus steht, bleibt sie neben Cruise doch recht farblos und hinterlässt mit ihrer darstellerischen Leistung leider einen eher faden Beigeschmack.

Für alle, die Tom Cruise dagegen nicht so gut riechen können, hat Regisseur Doug Liman hier noch ein schlagendes Argument, 'Edge of Tomorrow‘ trotzdem eine Chance zu geben: "Wenn Sie Tom Cruise mögen, sehen Sie ihn in einer genialen Performance. Wenn Sie Tom Cruise hassen: Er stirbt in diesem Film so um die 200 Mal." Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen!

Kinostart: 29.05.2014

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