Eddie Murphy in 'Zuhause ist der Zauber los'

Eddie Murphy in 'Zuhause ist der Zauber los'
© Bruce McBroom, Photo Credit: Bruce McBroom

Von Maike Nagelschmitz

Eddie-Murphy Hasser waren schon ganz froh, dass man von dem schnellredenden Pausenclown so lange nichts gehört hat. Die schlechte Nachricht für sie dürfte Eddies Fans jedoch erfreuen: Er hat einen neuen Film am Start. Diesmal mimt er, albern wie immer, den Investmentbanker Evan Danielson, der nur Aktienkurse im Kopf hat und den Hauptteil seiner Zeit mit Laptop und Blackberry verbringt. Darüber vergisst er seine Vaterpflichten und sein entzückendes Töchterchen Olivia (niedlich: Yara Shahidi).

Zur Strafe zwingt ihn seine Ex (überzeugend vielseitig: Nicole Ari Parker), die Kleine für eine Zeit in sein schickes Penthouse aufzunehmen, was seinen durchstrukturierten Tagesablauf ganz schön durcheinander bringt. An für sich nichts Neues, denn das haben wir vor kurzem in „Daddy ohne Plan“ mit Dwayne „The Rock“ Johnson schon so ähnlich gesehen. Aber Regisseur Karey Kirkpatrick („Ab durch die Hecke“) und Drehbuchautor Ed Solomon („Men in Black“) haben immerhin eine Kleinigkeit neu erfunden: die „Goo Gaa“-Decke. Und die hat es in sich.

In diesem lilafarbenen Fetzen, die Olivia überall mit hin schleppt, leben nach Ansicht von Evans Tochter die Prinzessinnen Moopida und Koopida, die Olivia mit ihren Ratschlägen das Leben erleichtern. Wie gut, dass die beiden Damen nicht nur für die Probleme einer Grundschülerin immer die passende Lösung parat haben, sondern sich auch in der Welt der Finanzen bestens auskennen. Ist das der Weg zur lang ersehnten Beförderung? Der zunächst skeptische Evan lässt sich also in die Fantasiewelt seiner Tochter entführen. Doch um den erwünschten Rat der Prinzessinnen zu erhalten, muss er erstmal ein gehöriges Unterhaltungsprogramm absolvieren: er tanzt und singt für die beiden, womit er natürlich auch seiner Tochter jede Menge Spaß bietet.

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Eddie Murphy in 'Zuhause ist der Zauber los'
© AUTOIMPORT

Kann man ganz witzig finden – vorausgesetzt, man steht auf einen albernen Eddie Murphy, der sich durchgeknallt zappelnd und Grimassen ziehend vor der ganzen (Geschäfts-)Welt zum Deppen macht. Völlig überzogenen Slapstickhumor ist man von Eddie Murphy ja bereits gewohnt. Nur stellt sich die Frage, wieso man von ihm immer wieder die gleiche Leier zu sehen bekommt. Und das, obwohl er erst 2007 in dem Musical „Dreamgirls“ zeigte, dass er durchaus auch anders kann. Schade!

Auch Schauspieler wie Thomas Haden Church („Sideways“) und Martin Sheen („Apocalypse Now“, „Departed“) zeigen in dieser flachen Komödie wenn überhaupt nur Facetten ihres Könnens. So erinnert beispielsweise die Figur des Johnny Whitefeather, der sich mit Federn schmückt und animalische Laute von sich gibt, um seine indianische Abstammung zu untermauern, bestenfalls an einen Abklatsch von Churchs auch schon übertriebener Tarzan-Darstellung in „George, der aus dem Dschungel kam“.

Die Entdeckung des Films ist eindeutig Nachwuchstalent Yara Shahidi, denn die ließ Eddie Murphy neben sich ganz schön blass aussehen. Allein ihr ist es zu verdanken, dass die Komödie sich nach Filmen wie „Dr. Doolittle“ und „Der Kindergarten-Daddy“ nicht so ganz in die Reihe der typischen Murphy-Blödeleien einordnen lässt. Das blieb auch den Filmemachern nicht verborgen: Yara wird bald als Tochter von Samuel L. Jackson in „Unthinkable“ und neben Angelina Jolie in „Salt“ zu sehen sein. Man darf also gespannt sein.

Wer einen Film mit einer süßen, allerdings nicht allzu tiefgründigen Story erwartet, wird von „Zuhause ist der Zauber los“ sicher nicht enttäuscht sein. Nur muss man dazu eben noch Eddie Murphy und seinen Grimassen ertragen. Bedauernswert ist jedoch die lieblose Übersetzung des englischen Titels: „Imagine that“ bedeutet nämlich vielmehr „Stell dir vor“, was die Aussage des Films auch viel besser trifft als „Zuhause ist der Zauber los“. Trotzdem bleibt der Film alles in allem eine ganz nette Komödie für die ganze Familie, deren schmalziges Ende allerdings mehr als vorhersehbar ist.

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