Echter Schmachtfetzen: 'The Lucky One'

Echter Schmachtfetzen: 'The Lucky One'
© Alan Markfield

1 von 5 Punkten

Irgendwie will es Zac Efron immer noch nicht so recht gelingen, sein Disney-Image aus der 'High School Musical'-Filmreihe loszuwerden. So ist auch sein Auftritt in der Nicholas-Sparks-Verfilmung 'The Lucky One' vor allem etwas für hartgesottene Fans und schmachtende Teenie-Mädels. Der Schauspieler präsentiert sich hier nämlich von seiner altbekannten Seite des Prince Charming und wirft mit Kitsch-Phrasen wie "Du solltest jeden Tag geküsst werden" nur so um sich.

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Während des Irak-Kriegs findet der Soldat Logan Thibault (Zac Efron, '17 Again') das Bild einer jungen Frau in den Trümmern eines Schlachtfeldes. Die Tatsache, dass er sich das Bild genauer anschaut, bewahrt ihn vor einer großen Explosion, bei der viele seiner Kameraden ums Leben kommen. Logan ist der festen Überzeugung, dass die Frau auf dem Bild sein Leben gerettet hat und macht sich auf die Suche nach ihr. Tatsächlich schafft er es auch, diese Beth Green (Taylor Schilling, ‚Atlas wirft die Welt ab‘) ausfindig zu machen, die mit ihrer Großmutter und ihrem Sohn in einer kleinen Ortschaft Hunde betreut. Logan nimmt kurzerhand einen Job auf ihrer Farm an und verschweigt Beth den wahren Grund für sein Erscheinen. Langsam kommen die beiden sich näher, doch haben sie die Rechnung ohne Beths eifersüchtigen Ex-Mann gemacht, der das junge Glück missgünstig beäugt.

Regisseur Scott Hicks lässt kein Kitsch-Klischee aus

Man muss sich schon des Öfteren im Kinosessel winden, wenn Regisseur Scott Hicks kein Kitsch-Klischee auslässt. Da wäre zum Beispiel Taylor Schilling, die durch das Küchenfenster den durchtrainierten Körper des schwitzenden Zac Efron begutachtet und dabei fast das Sabbern anfängt. Das Bild erinnert stark an die berühmte Cola-Werbung, bei der eine Horde von Bürofrauen den halbnackten Fensterputzer anschmachtet. Doch nicht nur da fühlt man sich wie in einem Promotion-Clip. Viele Bilder wirken viel zu gestellt und werden so stark mit Slowmo-Effekten in Szene gesetzt, bis auch der Letzte kapiert hat: Achtung! Jetzt wird's besonders romantisch!

Eindimensionale Charaktere, die mehr oder weniger in Gut und Böse unterteilt sind, lassen keinen großen Spielraum für Überraschungseffekte, und auch Efron kann in der recht steifen Rolle des Logan weder Spannung noch Lacher erzeugen. Zudem scheinen Efron und Schilling als Liebespaar nicht so richtig zusammenzupassen. Auch wenn die Schauspielerin nur drei Jahre älter ist als ihr Schauspielkollege, wirkt Efron neben ihr noch wie ein kleiner unerfahrener Junge. Denn selbst sein gestählter Körper und der gezüchtete Stoppelbart können über sein Milchbubi-Appeal nicht hinwegtäuschen.

Von Mariana Jang

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