Hollywood Blog by Jessica Mazur

E.T. ist in Roswell zu Hause

E.T. ist in Roswell zu Hause
E.T. ist in Roswell zu Hause

von Jessica Mazur

Ich muss schon sagen, in Amerika leben wirklich nette Menschen. Auf unserem Trip quer durch die Staaten haben wir bislang noch nicht eine Person getroffen, die uns nicht freundlich Willkommen hieß und alles daran gesetzt hat, unseren Trip so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. So auch Kathy, die Kuchenbäckerin. Kathy lebt in Pie Town, einem klitzekleinen Dorf an der Route 60 in New Mexico, das wir durch Zufall durchquerten. In Pie Town gibt es kaum Häuser, dafür aber zwei Cafés, und der Ort ist einzig und allein bekannt dafür, seinen Gästen Pie, also Kuchen zu servieren. Obwohl wir eigentlich außerhalb der Öffnungszeiten ankamen, öffnete uns Kathy die Türen ihres Pie-O-Neer Cafés und servierte uns den leckersten Peach-Pie, den ich je gegessen habe. Dabei erzählte sie uns, dass Pie Town angeblich 65 Einwohner hat, sie aber noch nie mehr als zehn gesehen hat. Wow, ich glaube, damit haben wir definitiv den kleinsten und leckersten Ort der Staaten ausfindig gemacht.

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Mit den Mägen voller Pie ging es dann weiter zu einer unheimlichen Begegnung der dritten Art, als nächstes stand nämlich Roswell auf unserem Plan. Roswell liegt im Südosten New Mexicos und ist bekannt, weil hier 1947 ein UFO abgestürzt ist. Das behaupten zumindest die Leute, die in Roswell wohnen...

Folgendes soll sich zugetragen haben: 1947 knallte ein Ufo in die Scheune von Bauer Brazel, der holte den Sheriff und zwei Offiziere des Luftwaffenstützpunktes in Roswell. Kurze Zeit später verkündete die Luftwaffe dann, ein unbekanntes Flugobjekt in ihrem Besitz zu haben. Diese Aussage wurde allerdings ruckzuck wieder dementiert, und seitdem streiten sich die Menschen, ob nun nur Müll oder doch tatsächlich ein Alien mit extrem schlechten Flugfähigkeiten vom Himmel auf Bauer Brazels Dach geplumpst ist. Ich tippe ja auf erstes, habe aber schnell gemerkt, dass Skepsis in Roswell nicht angebracht ist, die Leute hier stehen nämlich 100% zu ihrer 'Der Tag, an dem uns die Außerirdischen besuchten' - Story. Inwieweit das allerdings damit zu tun hat, dass die Bewohner Roswells heute mit Alien-Tourismus und Außerirdischen-Souvenirs einen Haufen Geld machen, sei mal dahingestellt...;-)

Dennoch: ein Besuch in Roswell lohnt sich auf jeden Fall, denn es macht Spaß, mit anzusehen, wie die ganze Stadt von Aliens besessen ist. Am Straßenrand stehen fliegende Untertassen mit kleinen "Hier fühle ich mich Zuhause"-Schildern, die Autowaschanlagen tragen Namen, wie "Galaxy Glaze" und "Outer Space Wash", die Häuser sind mit Außerirdischen-Graffitis besprüht und die Straßenlaternen haben alle die Form eines Alienkopfes. Jedes Jahr im Sommer findet außerdem das Roswell UFO Festival statt, auf dem in diesem Jahr angeblich Robbie Williams, der ja seit kurzem ein großer Fan von E.T. und seinen Freunden ist und alles studiert, was mit Aliens und UFOs zu tun hat, auftreten sollte, dann aber doch abgesagt hat. Schade! In Roswell dürfte zwar kaum jemand wissen, wer Robbie Williams ist, aber über ein 'I'm loving Aliens instead' hätten sich die Leute bestimmt dennoch gefreut.

Ich muss gestehen, ich habe mich heute auch ein bisschen von dem Außerirdischen-Fieber anstecken lassen und sobald in Deutschland die Sonne aufgeht, werde ich mal meine Frau Mama anrufen! Warum? Na ist doch klar: Jessi nach Hause telefonieren...;-)

Viele Grüße der dritten Art aus Roswell, New Mexico.

Eure Jessica Mazur

E.T. ist in Roswell zu Hause
© Bild: Jessica Mazur