Dunja Hayali: Es ist nicht alles negativ

Dunja Hayali: Es ist nicht alles negativ
Dunja Hayali © Cover Media

Dunja Hayali (42) ruft dazu auf, nicht immer nur das Negative in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken.

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Viel respektvolles Feedback

Nicht nur als Moderatorin im ZDF, auch auf Facebook greift die Journalistin polarisierende Themen auf und stößt damit oft auf negative Reaktionen. Böse Kommentare und Hassmails sind die Folge, allerdings betonte Dunja nun im Interview mit der 'Augsburger Allgemeinen', dass diese bei weitem nicht so häufig bei ihr eintrudeln, wie man vielleicht meinen würde.

"Wir alle legen den Fokus viel zu sehr auf das Negative. Natürlich müssen wir solche Dinge publik machen, das muss durchdiskutiert und benannt werden. Aber 90 Prozent des Feedbacks, das ich bekomme, ist konstruktiv und respektvoll", stellte sie klar. "Die Stimmung ist in Teilen sehr negativ, und das hängt auch damit zusammen, dass wir immer über das berichten, was nicht läuft, was scheitert. Damit meine ich absolut nicht, dass wir Dinge schönreden sollen, aber wir dürfen das Gelingen nicht vergessen."

Angst machen ihr hasserfüllte Nachrichten deshalb nicht: "Sie sehen mich kämpferisch, immer noch mit offenem Visier und frohen Mutes. Ich betrachte mich nicht als Opfer."

Dass die Wut allerdings auch ihr Leben beeinflusst, will sie gar nicht bestreiten. "Ich gucke auf der Straße bewusster hin, wer mir entgegen kommt, und das ist keine gute Entwicklung", gab sie zu. "Ich finde es auch befremdlich, dass ich Personenschutz brauche, wenn ich zu einer AfD-Demo oder zu einer Antifa-Demo gehe. Journalisten müssen sich in diesem Land, in dem die Meinungs- und die Pressefreiheit ein hohes Gut ist, frei bewegen können, ohne angegriffen zu werden."

Den Spaß an ihrem Job wolle sie sich aber nicht verderben lassen, erklärte Dunja Hayali vor wenigen Monaten im 'stern'. Deshalb wäre es ihr manchmal durchaus lieber, Menschen würden ihre Meinung über sie für sich behalten. "Früher war es mir im Übrigen lieber, die Leute sagen mir offen ins Gesicht, was sie an mir stört, ob es um meine Tätowierungen geht, die Homosexualität, den Migrationsvordergrund. Inzwischen denke ich manchmal: Spar's dir doch einfach, wenn es so unter die Gürtellinie geht. Lass mich in Ruhe, ich lass dich in Ruhe." 

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