"Dredd": Nicht ohne meinen Helm

"Dredd": Nicht ohne meinen Helm
Hauptdarsteller Karl Urban als Dredd © RTL

Zu behaupten, Silvester Stallone (69) hätte "Judge Dredd" versaut, wäre vielleicht übertrieben - aber einen wesentlich Anteil daran, dass der Film eine derartige Katastrophe wurde, trägt er wohl schon. Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Helm: "Ich will nicht sagen, dass Stallone ein schlechter Dredd war. Aber es wäre besser gewesen, wenn er den Helm nicht abgesetzt hätte", urteilte John Wagner, Autor und kreativer Kopf hinter der Comic-Ikone "Judge Dredd".

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Der Gesetzeshüter ist in den gezeichneten Vorlagen nie ohne Kopfbedeckung zu sehen, sein Gesicht bleibt also verborgen, was ihn gleichsam mystischer als auch maschineller wirken lässt. Stallone aber wollte sich Anno 1995 nicht hinter einem Helm verstecken - er nahm ihn ab, zeigte sein Gesicht und hatte damit bei Fans der Comics ohnehin schon verloren. Auch ansonsten ist der Film, der dem Action-Star auch eine Nominierung für die "Goldene Himbeere" als schlechtester Hauptdarsteller einbrachte, nicht unbedingt Stallones Vorzeige-Projekt.


"Game of Thrones"-Star als Gegner

Mit "Dredd" erschien 2012 also bereits die zweite Verfilmung um die ikonische Actionfigur Judge Dredd, der in einer futuristischen Megacity lebt und gegen eine Drogenbaronin - gespielt von "Game of Thrones"-Star Lena Headey (41) - vorgehen muss. Obwohl der erste Film damals vollständig floppte und sich Produzenten danach ernsthaft die Frage stellen mussten, ob die dunkle Zukunftsvision, in der nur das Gesetz des Stärkeren zählt, verfilmbar ist, traute sich Regisseur Peter Travis ("8 Blickwinkel") erneut an den heiklen Stoff und machte alleine dadurch schon sehr viel richtig, dass der neue Hauptdarsteller Karl Urban (43) seinen Helm dort lässt, wo er hingehört.


Drehbuchautor Alex Garland (44) hält sich - anders als sein Vorgänger - konsequent an die Vorlage aus dem britischen Kult-Comicmagazin "2000 AD" und nimmt dafür in Kauf, blutiger und gewalthaltiger zu werden. Die Rahmenhandlung bleibt dabei denkbar einfach: In der Großstadt Megacity One bestimmen die Judges über Recht und Ordnung: Einer davon ist der wortkarge Dredd (Urban), der bei einem Einsatz mit Cassandra Anderson (Olivia Thirlby), eine unerfahrene Rekrutin mit telepathischen Fähigkeiten, auf die mächtige Bandenchefin Ma-Ma (Headey) und ihre Schergen trifft.


Auch Remake floppt - zunächst

Der Film bleibt näher an der Vorlage, ist düster, unmenschlich und kombiniert den Charme 80er-Jahr-Fiction mit tollen visuellen Effekten. Trotzdem konnte auch die Neuauflage an der Kinokasse nicht überzeugen und das Einspielergebnis blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Bei einem geschätzten Budget von 50 Millionen US-Dollar wurden nur etwas über 30 Millionen wieder eingespielt. Trotz hervorragender Kritiken, konnte der Film außerhalb der Comic-Gemeinde keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen - zunächst. Denn schon damals erarbeitete sich der Film einige treue Anhänger, deren Zahl mit DVD- und Blu-ray-Start deutlich anwuchs. Eine Facebook-Seite mit dem Titel "Make a DREDD Sequel" zählt über 100.000 Likes.


Zwar scheint eine direkte Fortsetzung im Kino derzeit noch immer ausgeschlossen, allerdings gab es zuletzt vermehrt Stimmen, die sich für eine Serien-Produktion im Stile der "Daredevil"-Reihe auf Netflix aussprachen.



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