Dirk Nowitzki mit Holger Geschwindner im Kino: Basketball-Doku 'Der perfekte Wurf'

'Der perfekte Wurf' mit Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki: Ein Star ohne jegliche Allüren

4 von 5 Punkten

Neben Audi und Mercedes ist er der vermutlich beliebteste Deutschland-Import jenseits des großen Teiches: Dirk Nowitzki. In seinen mehr als 15 Jahren in der US-amerikanischen National Basketball Association (NBA) entwickelte sich der bodenständige Riese aus Würzburg zu einem der besten Basketballspieler der Welt. Ein Weißer, der einer von Schwarzen dominierten Sportart seinen Stempel aufgedrückt hat. Mit seiner Dokumentation 'Der perfekte Wurf' nimmt Regisseur Sebastian Dehnhardt ('Klitschko') das Erfolgsmodell Nowitzki ganz genau unter die Lupe und zeigt dabei eindrücklich, was mit Willen und harter Arbeit im Leben möglich ist.

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Von Benjamin Seebach

In der 105-minütigen Sport-Doku nehmen Mentor Holger Geschwindner, die Eltern Jörg und Helga aber auch ehemalige Weggefährten wie Jason Kidd, Michael Finley, Donnie Nelson und Marc Cuban Hauptrollen ein. Sie kommentieren den Werdegang des 'German Wunderkind' hin zur Legende. Unterm Strich steht ein sehenswertes Porträt eines Superstars zum Anfassen, der ohne Allüren auskommt – ungern im Mittelpunkt steht – und der genau deshalb auch nicht eingefleischte Basketball-Fans in seinen Bann zieht.

Den Rahmen für Dehnhardts Dokumentation bildet eine Mentor-Schützling-Beziehung, die so in der Sportwelt ihresgleichen sucht. In den Hauptrollen: Holger Geschwindner als der "verrückte Professor" und Dirk Nowitzki als sein "Frankenstein", wie das Duo innerhalb der NBA hinter vorgehaltener Hand genannt wird. Geschwindner, in den 1970ern selbst deutscher Basketballnationalspieler, entdeckte den 'kleinen Dirk' 1995, nahm sich des 17-Jährigen an und formte das XXL-Talent in akribischer Detailarbeit über Jahre hinweg zum besten werfenden 'Seven-footer' aller Zeiten.

Geschwinder - der heimliche Star des Films

'Der perfekte Wurf' mit Dirk Nowitzki
Nowitzki spielte 15 Jahre lang in der härtesten Basketball-Liga der Welt

Wie viele Opfer der blonde Schlaks aus Würzburg auf dem Weg dahin bringen musste, transportiert Dehnhardt in eindringlicher Art und Weise. "Was funktioniert bei Ihnen überhaupt noch?", fragt Nowitzkis behandelnder Arzt beim üblichen Medizin-Check zu Beginn einer Spielzeit. 15 Jahre in der härtesten Basketball-Liga der Welt haben Spuren hinterlassen. Wenn man diesen 2,13 Meter großen Hünen abseits des Spielfeldes über die Leinwand schaukeln sieht, fragt man sich mehr als nur einmal, wie dieser steif wirkende Lulatsch mit Bewegungs-Ästheten wie Kobe Bryant und LeBron James auch nur annähernd mithalten kann.

Die Antworten auf diese Fragen liefert dann zumeist Meister-Macher Geschwindner, nur so recht verstehen kann diese keiner – was ein ums andere Mal unfreiwillig lustig rüberkommt. So muss auch Nowitzkis heutige Ehefrau Jessica einräumen, dass sie zwar wisse, wann Holger im Hause sei, doch in Erfahrung zu bringen, wann er auch wieder gehe, das habe sie schnell aufgegeben. Geschwinder ist so etwas wie der heimliche Star des Films. Wenn er mit seinem Schützling zu Jazz-Klängen Bewegungsabläufe einstudiert oder vor seinem Mac-Computer über die perfekte Wurfellipse schwadroniert – und dabei die Mars-Gravitation mit einberechnet – greift man sich mehr als nur einmal verwundert an den Kopf.

"Ich kann relativ gut 'nen Ball in ein Körbchen reinwerfen", sagt Nowitzki. Genau wegen solcher Aussagen erfreut sich 'Dirkules' in den USA so großer Beliebtheit. Eben ein bodenständiger Typ, der auch mit 36 Jahren noch Taschengeld von seiner Mutter bekommt. Ihm gönnt man den Erfolg einfach. Deshalb macht es so großen Spaß, zuzusehen, wie sich die Nummer 41 der Dallas Mavericks trotz etlicher Rückschläge Schritt für Schritt in Richtung NBA-Titel arbeitet. Vom 'No-Win-Ski- zur Legende. Großer Sport!

Kinostart: 18. September 2014



Benjamin Seebach beleuchtet in der Nachrichtenredaktion von RTL interactive gerne die Hintergründe, um größere Zusammenhänge aufzuzeigen. Nach ersten Gehversuchen im Lokalfunk studierte er Journalismus an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln. Als Dozent bildet er inzwischen auch selbst journalistischen Nachwuchs aus. In seiner Freizeit schindet der NBA-Fan seinen Körper beim Freeletics oder beim Fußballgucken auf der Couch.

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