Dieter Nuhr: Verstehen Sie Spaß?

Dieter Nuhr: Verstehen Sie Spaß?
Dieter Nuhr musste in den letzten Wochen einige böse Kommentare hinnehmen © ddp images

Als Komiker sollte Dieter Nuhr (54) eigentlich immer für einen Spaß zu haben sein. Doch ein offensichtlich satirischer Post auf seiner Facebook-Seite löste jetzt eine bitterernste Reaktion des Kabarettisten aus. Eine Satire-Seite hat sich einen - zugegeben ziemlich derben - Scherz erlaubt, der dem Komiker offenbar auf den Magen geschlagen ist. Es ging um das brisante Thema der Flüchtlingsunterbringung. Wie in den letzten Wochen immer wieder deutlich wurde, kochen da die Emotionen schnell hoch. So auch bei Dieter Nuhrs scheinbar sachlichem Post.

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Wütende Antwort auf Satire

"Mein Auftritt am 2.10. in Gelsenkirchen wird verschoben, weil die Escher-Lipp-Halle überraschend zum Flüchtlingsheim umfunktioniert wurde. Mehr Infos, wenn ich selber mehr weiß...", postete Nuhr vor zwei Tagen. Offensichtlich wollte er seine Fans über diese Plan-Änderung informieren. Die überwältigende Mehrheit begrüßte seine Entscheidung und bedankte sich - nicht so die Satire-Gruppe. Sie unterstellte dem 54-Jährigen "Stimmungsmache gegen Flüchtlinge", indem er "die bei PEGIDA und anderen braunen Gruppen gehegte und gepflegte Opferhaltung" übernehme.

Der als Brief formulierte Post voller Anschuldigungen geht sogar so weit, Kabarett-Veranstaltungen als Teil "kapitalistischer und postkolonialer Ausbeutung der dritten Welt" zu diffamieren. Dieser unangebrachte Spaß ließ Nuhr nicht kalt und er sah sich zu einer Antwort veranlasst: "Sind Sie eigentlich völlig irre? Ich habe meinen Auftritt abgesagt, damit die Leute nicht vor der Türe stehen! Sie sind ja völlig durchgeknallt", antwortete der Kabarettist ernst und offensichtlich ziemlich wütend.

Einige Nuhr-Fans stimmten ihm zu und reagierten ähnlich wütend, ziemlich schnell jedoch fanden manche heraus, dass es sich um eine Satire-Seite handelt. Nuhr selbst schien das wenig zu interessieren. Später äußerte er sich via Facebook erneut zum Thema: "Ich wusste, dass sich hier viele Bekloppte rumtreiben", schrieb der Komiker, "aber dass man eine Auftrittsabsage zum Rassismusvorwurf missbrauchen kann, war mir neu". Er könne nicht fassen, wie krank manche Leute im Kopf seien, postete er. Eine erneute Reaktion der Satire-Seite blieb bisher aus.

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